Die japanische Wissenschaftlerin Haruko Obokata wird ihre viel kritisierte Studie zur Verjüngung von Körperzellen nach Angaben ihres Arbeitgebers in wichtigen Teilen annullieren. Obokata habe sich schriftlich einverstanden erklärt, das maßgebliche Papier zurückzuziehen, gab das Riken-Institut bekannt.

Das Team um Obokata aus Japan und den USA hatte Ende Januar in Nature berichtet, dass es unter anderem mit Säure Körperzellen neugeborener Mäuse in eine Art embryonalen Zustand zurückversetzt hätte (Obokata et al., 2014 & Obokata, et al, 2014). Es hätte ausgereicht, T-Zellen in Flüssigkeit mit einem pH-Wert von 5,4 bis 5,8 baden zu lassen, schrieben die Forscher. Das Entstehen von Pluripotenz durch einen Reiz, stimulus-triggered acquisition of pluripotency, nannten sie kurz STAP. Diese sogenannten STAP-Zellen könnten sich wieder in nahezu jeden Zelltyp entwickeln. 

Die 30-Jährige war der stellenweisen Manipulation und Fälschung beschuldigt worden, was sie noch im April entschieden zurückgewiesen hatte. Aber nach Angaben des Instituts ähnelten Aufnahmen in der Studie solchen aus Obokatas Doktorarbeit aus dem Jahr 2011.

Sie habe gedacht, das sei kein Problem, solange sie die Ergebnisse ihrer Forschung richtig präsentiere, sagte Obokata im April. Es sei nicht irreführend gewesen und daher auch keine Fälschung. Das Experiment sei korrekt durchgeführt worden. Diese Haltung ließ sich offenbar nicht länger aufrecht erhalten.

Laut Riken unterzeichnete Obokata ein Dokument mit der Einwilligung und schickte es an ihren Co-Autoren, Hitoshi Niwa. Die Nachrichtenagentur Jiji Press zitierte einen Anwalt der gesundheitlich derzeit angeschlagenen Wissenschaftlerin, wonach seine Mandatin in die Ecke getrieben worden sein könnte, einzuwilligen. Er glaube nicht, dass das wirklich die Absicht von Obokata sei.

Einer der Co-Autoren, Harvard-Professor Charles Vacandi, unter dem Obokata studiert hatte, lehnte ein Zurückziehen der Papiere ab. Nature prüft unterdessen selbst die Glaubwürdigkeit der umstrittenen Artikel und wollte in Kürze das Ergebnis bekanntgeben. Riken lässt derweil die Existenz der Zellen in Labortests nachprüfen.