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Landete Apollo 11 nicht auf dem Mond sondern in einem kalifornischen Filmstudio? Das behaupten zumindest Verschwörungstheoretiker seit Jahrzehnten hartnäckig. Sie sehen in der ersten bemannten Mission zum Erdtrabanten eine Propagandalüge. Der gesamte Flug sei eine Inszenierung gewesen, die der Sowjetunion einen Technikvorsprung vorgaukeln sollte.

Pünktlich zum 45. Jahrestag der Mondlandung lohnt es sich darum zurückzuschauen und die zehn bekanntesten Gegenargumente der Verschwörungstheoretiker abzuklopfen. 

1. In der Sonnenhitze wären die Diafilme geschmolzen

Als Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch einen Fuß auf den Mond setzte, gab es noch keine Digitalkameras. Stattdessen hatten die Astronauten umgebaute Hasselblad-Kameras dabei, in denen Kodak-Ektachrome-Diaflime benutzt wurden. Diese Zelluloid-Filme haben einen relativ niedrigen Schmelzpunkt von knapp 64 Grad Celsius. Wie konnten damit Bilder auf dem Mond gemacht werden, dessen Oberfläche sich auf über 100 Grad Celsius aufheizt? Auf der Erde wird die zum Beispiel wohlige Wärme eines Ofens über die Moleküle der Luft übertragen. Da auf dem Mond keine Atmosphäre vorhanden ist, deren Moleküle Wärmeenergie übertragen könnten, bleibt nur die Sonnenstrahlung. Und sobald diese weg ist, wird es auf dem Mond auch richtig kalt. Da die Astronauten die Kameras nicht auf dem heißen Boden abgelegt haben, bleibt die Frage, wie stark die Kameras die Wärmestrahlung absorbieren. Die Hasselblad-Kameras besaßen eine weit gehend silberfarbene Außenhaut und reflektierten das Sonnenlicht so gut, dass sich die Kameras nicht stärker als auf durchschnittlich 30 Grad Celsius aufheizten. Zudem wurden sie im Schatten auch immer wieder abgekühlt.

2. Viel zu viele perfekte Mondbilder

Die von den Astronauten auf Brusthöhe getragenen Hasselblad-Kameras besaßen keinen Sucher. Sie wurden lediglich zur Bedienung mit Handschuhen etwas angepasst. Wie konnten die Astronauten damit so viele perfekte Fotos machen? Natürlich sind nicht alle Bilder perfekt geworden. Es gibt auch unscharfe Bilder, doch wurden diese Aufnahmen von der NASA nur zum Teil veröffentlicht – schließlich sollten ästhetisch eindrucksvolle Bilder präsentiert werden. Zum anderen hatten die Astronauten auf der Erde 6 Monate Zeit, um den Umgang mit den Kameras zu üben. Die Scharfstellung erfolgte dabei in 4 rastbaren Schritten, um nah, weit, fern und unendlich schnell und einfach einzustellen. Zusätzlich wurde auch noch ein leichtes Weitwinkelobjektiv verwendet, welches zusätzlich die Scharfstellung vereinfacht und größere Bildausschnitte zuließ.

3. Das "Mondgestein" stammt von der Erde

Knapp 381 Kilogramm Mondgestein brachten die Apollomissionen zur Erde. Dieses wurde von vielen verschiedenen Wissenschaftlern untersucht und eindeutig als Mondgestein identifiziert. Denn ein beträchtlicher Teil weist eine Zusammensetzung auf, die es so auf der Erde nicht geben kann. Zusätzlich wurden die Bodenproben mit Material von unbemannten sowjetischen Mondmissionen verglichen. Es handelt sich also definitiv um Mondgestein. Aber, so argumentieren Skeptiker, das kann doch auch von Sonden zur Erde gebracht worden sein oder wurde als Mondmeteoriten auf der Erde gefunden! Der erste Mondmeteorit wurde 1979 entdeckt und 1981 identifiziert. Etwa jeder 1200. Meteorit stammt überhaupt vom Mond. Und bis heute wurden gerade mal knapp 30 Kilogramm Mondgestein auf der Erde nachgewiesen. Also viel zu wenig. Die drei unbemannten Luna-Sonden der Sowjetunion brachten insgesamt 326 Gramm Mondgestein zur Erde. Um die fast 400 kg Mondgestein zur Erde zu holen, hätte die NASA dutzende Sonden zum Mond schicken müssen, in aller Heimlichkeit.

4. Die Astronauten könnten viel höher springen

Auf dem Bild springt der Astronaut John Young, als er neben der amerikanischen Flagge salutiert, etwa 44 Zentimetern hoch. Da der Mond jedoch deutlich kleiner ist als die Erde, herrscht dort eine sechsmal geringere Anziehungskraft. Demzufolge hätten die Astronauten Sprünge von bis zu 2 Metern machen können! Der Sprung wurde auch mit einer Filmkamera aufgenommen. Dort ist zu erkennen, dass Young diesen Sprung ohne Anlauf zu nehmen, oder in die Hocke zu gehen, auf sandigem Boden und in einem vollständigen Anzug mit Versorgungsrucksack (etwa 85 Kilogramm) ausführt. Unter gleichen Bedingungen wäre so ein Sprung auf der Erde nicht möglich gewesen. Auch andere Bewegungsabläufe lassen sich so auf der Erde nicht simulieren. So richten sich die Astronauten aus kniender Haltung ohne viel Aufwand wieder auf. Nach einem Sturz auf die Mondoberfläche, katapultiert sich John Young aus einer Art Liegestütz wieder auf die Beine. Unvorstellbar wie dies auf der Erde und auch mit der damaligen Tricktechnik möglich gewesen sein soll.

5. Kein Krater unter und kein Staub auf der Landefähre

Um auf dem Mond aufzusetzen, mussten die Mondlandefähren von immerhin 6000 Kilometern pro Stunde abgebremst werden und das dafür notwendige Abstiegstriebwerk dazu einen Schub von 45000 Newton erzeugen. Warum ist auf den Bildern nie ein Rückstoßkrater zu sehen, wie er zweifelsohne auf der Erde erzeugt würde? Und wieso findet sich kein aufgewirbelter Staub auf den Landefüßen der Mondfähre? Selbst die Kritiker stimmen zu, dass der Mond keine Atmosphäre besitzt. Was also sollte dem ausströmenden Gas einen Widerstand entgegensetzen? Auf der Erde ist es die Luft, die strömende Gase turbulent werden lässt. Ohne Luft kann der Abgasstrahl jedoch viel weiter aufgefächert werden. Tatsächlich wird ein Großteil des Gases seitlich ausgestoßen, so dass jeder kleine Kraterrand, der vielleicht entstehen könnte, einfach weggepustet wird. Und auch die weggepusteten Staubpartikel verwirbeln sich nicht, sondern landen deutlich weiter weg, als wir das von der Erde gewohnt sind. Bei Apollo 11 kommt erschwerend hinzu, dass Armstrong kurz vor der Landung die Handsteuerung übernahm und ein Geröllfeld überflog, was zu einer eher horizontalen Landung führte. Der dabei aufgeschobene Mondstaub ist auf einigen Bildern an den Landefüßen zu sehen.