Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Nigeria offiziell für ebolafrei erklärt. Es sei gelungen, im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas die Virus-Epidemie einzudämmen, teilte die WHO mit. Das sei eine spektakuläre Erfolgsgeschichte. Nigeria war allerdings mit 20 Erkrankungen und acht Toten nicht stark von der Epidemie betroffen im Vergleich zu anderen westafrikanischen Staaten mit Tausenden Toten.

Ein Ebola-Ausbruch gilt nach den Richtlinien der WHO als beendet, wenn 42 Tage lang kein Fall aufgetreten ist. Diese Zeitspanne entspricht der doppelten maximalen Inkubationszeit, also dem Zeitraum zwischen Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen.

Ein Komitee der WHO hatte ausgewertet, wie die örtlichen Verantwortlichen mit der Epidemie umgegangen sind. Nach dieser Prüfung fiel die Entscheidung, das Land für ebolafrei zu erklären.

Der WHO zufolge sind alle Ebola-Fälle auf einen Liberianer zurückzuführen, der krank in das Land eingereist und später in Lagos gestorben war. Dies ergebe sich aus den Untersuchungen der nigerianischen Behörden, die nahezu jeden Kontakt der Ebola-Patienten im Land dokumentiert hätten.

Der nigerianischen Regierung und den WHO-Vertretern vor Ort sei bewusst, dass das westafrikanische Land weiter gefährdet sei, solange die Krankheit in anderen Ländern der Region grassiere. Entsprechend seien die Behörden in Alarmbereitschaft.

An Ebola erkrankten bisher nach WHO-Angaben 9.191 Menschen, 4.546 starben. Besonders betroffen sind die westafrikanischen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone. Bereits am Freitag hatte die Organisation Senegal für ebolafrei erklärt. Dort hatte es jedoch nur eine Infektion gegeben, die der Erkrankte überlebte.