Die zweite infizierte Krankenschwester steigt aus einem Ambulanzwagen (15.10.2014). © Jerry Jordan/Reuters

In den USA haben sich Hunderte Krankenschwestern und Pfleger beschwert, dass ihre Kliniken nicht ausreichend auf Ebola vorbereitet seien. Das teilte der Krankenpfleger-Verband National Nurses United (NNU) mit. Demnach gebe es vielerorts keine Notfallpläne und keinen ausreichenden Schutz für die Mitarbeiter. Nach einer weiteren Ebola-Infektion in einer Klinik in Dallas wurde bekannt, dass die infizierte Krankenschwester mit leichtem Fieber an Bord eines Inlandsfluges gegangen sei. Sie habe versucht, bei der Seuchenschutzbehörde CDC anzurufen, da sie ebenfalls wie die erste infizierte Mitarbeiterin den zuvor verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Duncan betreut hatte. Zeitungsberichten zufolge habe sie die Behörde jedoch nicht erreichen können.

US-Präsident Barack Obama sagte unterdessen bei einem Krisentreffen mit Kabinettsmitgliedern in Washington, Ebola müsse innerhalb der USA mit deutlich aggressiveren Kontrollen bekämpft werden. Die CDC müsse auf künftige Fälle innerhalb von 24 Stunden reagieren können. "Wir wollen eine schnelle Eingreiftruppe der CDC, im Prinzip ein Sondereinsatzkommando, das so schnell wie möglich vor Ort sein kann", sagte der US-Präsident. Zuvor hatte die Behörde einem Bericht der New York Times zufolge eingeräumt, auf die Ansteckung der beiden Krankenschwestern in Texas nicht schnell genug reagiert zu haben.

Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, sprach sich erneut dafür aus, dass Obama über ein vorübergehendes Reiseverbot von Westafrika in die USA nachdenken solle. Regierungsbeamte wiesen die Forderung zurück: Ein solches Vorgehen werde den Hilfseinsatz in der betroffenen Region stark behindern.

UN-Sicherheitsrat fordert mehr Hilfe für betroffene Länder

Der UN-Sicherheitsrat forderte in einer einstimmig beschlossenen Erklärung ein stärkeres Engagement der Staatengemeinschaft beim Kampf gegen das Virus in Afrika. Die bisherige Hilfe sei nicht genug; angesichts des Ausmaßes der Seuche müssten mehr Ausrüstung und mehr Personal bereitgestellt werden. Weltweit haben sich bislang 8.900 Menschen mit Ebola infiziert. Mehr als 4.400 starben – die meisten davon in Liberia, Guinea und Sierra Leone.