Die Nutzung von Cannabis zur Linderung von Schmerzen ist in Deutschland nur in Ausnahmefällen erlaubt. © Pablo Porciuncula/AFP/Getty Images

In Deutschland wird die Legalisierung von Cannabis mehrheitlich skeptisch gesehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Infratest dimap, die der Deutsche Hanfverband in Auftrag gegeben hatte. Die Nutzung der Droge in der Therapie von Patienten, die unter starken Schmerzen leiden, findet laut der Umfrage hingegen eine Mehrheit: Rund 82 Prozent der Befragten sind dafür, dass Patienten leichter an das Rauschmittel gelangen, um damit ihre Leiden zu stillen.  

Bislang ist Cannabis zur Schmerzlinderung in Deutschland nur in Ausnahmefällen erlaubt: Etwa 300 Männer und Frauen besitzen eine Ausnahmegenehmigung der Bundesopiumstelle. Damit dürfen sie sich über eine Apotheke zum Beispiel Hanfblüten für Tees oder Cannabis-Extrakt besorgen.

Zwei Drittel der Befragten sind der Ansicht, dass der Konsum von Cannabis genauso bedenklich ist wie der von Alkohol. Besonders junge Menschen bis 30 Jahre halten Cannabis sogar für weniger schädlich. 

Angesichts der großen Zustimmung für Cannabis als Schmerzmittel sieht sich der Deutsche Hanfverband in seiner Forderung bestätigt, Cannabis für Patienten zu legalisieren. "Die Bundesregierung sollte endlich den Kopf aus dem Sand ziehen und Verbesserungen zum Wohl der Patienten umsetzen", forderte Georg Wurth, Sprecher des Verbandes. Über die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel werde man wohl noch einige Jahre diskutieren, räumte Wurth ein. Es gehe aber darum, dass "die Bundesregierung Städten wie Berlin oder Frankfurt erlaubt, in kleinem Weg neue Wege abseits der Prohibition auszuprobieren".

Infratest dimap befragte für seine repräsentative Umfrage 1.012 Menschen am Telefon. Die Befragten waren alle mindestens 18 Jahre alt, teilte das Institut mit.