Diesmal verlief alles nach Plan: Um 13.22 Uhr japanischer Zeit (05.22 Uhr MEZ) ist eine Trägerrakete vom Typ H-IIA ins All gestartet. Dort soll die Sonde Proben des Asteroiden 1999 JU3 nehmen und diese bis zum Jahr 2020 zur Erde bringen. Asteroiden können Informationen über die Geburt des Sonnensystems und seine Entwicklung geben, die es auf der Erde nicht gibt.

An Bord der Sonde Hayabusa 2 befindet sich der deutsche Asteroidenlander Mascot (Mobile Asteroid Surface Scout) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Er soll nach dem etwa vier Jahre langen Flug auf dem rund 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Asteroiden abgesetzt werden. 

Asteroiden sind Gesteinsbrocken, die um die Sonne kreisen. Sie gelten als Überreste aus der Frühzeit unseres Sonnensystems. Nach Angaben der Forscher gehört der Asteroid 1999 JU 3 zu einer häufig vorkommenden Klasse von erdnahen Asteroiden. Teleskopmessungen von der Erde aus ließen vermuten, dass er eventuell Wasser enthalte. Es bestehe die Möglichkeit, dass Asteroiden einst mit Einschlägen auf der Erde auch Wasser zu unserem Planeten gebracht haben könnten, hieß es. 

Nach der kürzlichen Landung des Mini-Labors Philae auf dem Kometen Tschuri sei dies "die nächste Etappe einer aufregenden Reise ins All", sagte Hansjörg Dittus, DLR-Vorstandsbeauftragter für die Raumfahrt.

Asteroidenproben sollen 2020 zurückgebracht werden

1999 JU3 hat einen Durchmesser von nur etwa einem Kilometer. Das Landegerät Mascot soll auf verschiedenen Stellen des Asteroiden Messungen vornehmen. Dies gelingt mithilfe eines eingebauten Schwungarms, so kann das schuhkartongroße Landegerät bis zu 70 Meter weit hüpfen.

Die Sonde Hayabusa 2 soll ein Loch in den Asteroiden sprengen, um an Material zu gelangen, das bisher nicht der kosmischen Strahlung ausgesetzt war. Die Hoffnung ist, dadurch Rückschlüsse auf die Ursprünge des Universums und des Lebens ziehen zu können. 

Hayabusa 2 soll Bodenproben aufnehmen und den Asteroiden von der Luft aus kartographieren. 2020 soll die Sonde zur Erde zurückkehren und über einer Wüste in Australien eine Kapsel mit Proben des Asteroiden abwerfen. Bereits 2010 hatte die Vorgängersonde Hayabusa erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.