Wasser ist, was der Mensch nach Luft am nötigsten braucht. Die Erde ist zu drei Vierteln damit bedeckt. In den Urmeeren entstand einst das Leben. Woher all das lebenswichtige Nass einmal kam, ist umstritten. Ist es irdischen Ursprungs oder stammt es aus dem All? Falls Letzteres stimmt: Wie gelangte es auf die Erde?

Nach der Analyse von Wasserdampf aus der Nähe des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, kurz 67P/C-G, sind sich Forscher um Kathrin Altwegg vom Physikalischen Institut der Universität Bern ziemlich sicher: Von Kometen kann unser Wasser eigentlich nicht stammen. Die Messungen dazu wurden mit dem Massenspektrometer "Rosina" von Bord der Raumsonde Rosetta gemacht. Nachzulesen sind die Ergebnisse im Magazin Science (Altwegg et al., 2014).   

Nach der Bruchlandung des Philea-Labors auf dem Kometen mit dem Spitznamen Tschuri, arbeiten die Instrumente an Bord der Sonde weiter und sammeln Informationen. Das hat zumindest in der Wasserfrage, die Wissenschaftler seit Jahrzehnten diskutieren, nun Überraschendes zutage gebracht.

Das grundlegende Problem dabei war immer: Es gab nachweislich eine Zeit, in der unser Planet trocken war. Die harschen Bedingungen auf der Proto-Erde hatten die Bildung von Wasser nicht zugelassen. Erst vor 4,3 bis 3,9 Milliarden Jahren wurde es zum ersten Mal nass auf der Erde. Nach aktuellem Kenntnisstand jedenfalls. Das Wasser müsse also aus dem Weltraum gekommen sein, so eine Theorie.

Asteroiden oder Kometen – wer brachte das Wasser?

Als Lieferanten kommen im Wesentlichen steinigen Asteroiden oder Kometen, bestehend aus Gestein und Eis, infrage. Vielleicht brachten es gar beide unabhängig voneinander aus dem äußeren Sonnensystem zur Erde.

Um die Szenarien zu überprüfen, haben Forscher inzwischen von mehr als einem Dutzend Himmelskörpern chemische Fingerabdrücke erstellt. Sie verglichen die Zusammensetzung von Asteroiden- oder Kometen-Wasser mit jenem der Ozeane auf der Erde, um Rückschlüsse auf dessen Herkunft zu ziehen.

Entscheidend dafür ist der Aufbau des Moleküls: Manches Wasser enthält reguläre Wasserstoff-Atome (H), diese bestehen aus einem Proton und einen Elektron. In anderen Fällen wird der Wasserstoff von seinem schwereren Isotop Deuterium (D) ersetzt, dieses enthält ein zusätzliches Neutron. Ein Vergleich des D/H-Verhältnis verrät den Ursprung.