Reptilien - Wie das Chamäleon seine Farbe wechselt

Von Hellblau über Dunkelrot bis hin zu fast Schwarz – Chamäleons können die unterschiedlichsten Farben annehmen. Sie reagieren so zum Beispiel auf Licht, Wärme oder auch auf Artgenossen. Eine Forschergruppe aus Genf hat das ungewöhnliche Farbenspiel untersucht und herausgefunden, wie winzige Strukturen in der Haut die Farbwechsel schaffen (Teyssier, Saenko et al., 2015).

Bekannt war bereits, dass die Tiere automatisch ihre Farbe wechseln, um sich etwa zu tarnen. Dazu verändern sich Pigmente in den Hautzellen. Einige Chamäleons erreichen ihre spektakulären Farbwechsel aber auch mithilfe besonderer, winziger Strukturen in ihren Hautschichten. Sie ähneln denen, die die Farben auf Schmetterlingsflügeln hervorbringen, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal Nature Communications. Chamäleons ändern ihre Farbe auf diese Weise, um etwa mit Artgenossen zu kommunizieren, reagieren so aber auch auf Lichtunterschiede.

In der Haut von Pantherchamäleons liegen etwa zwei Zellschichten übereinander, die ein Netz aus diesen Nanokristallen enthalten, schreiben die Forscher um Michel Milinkovitch und Dirk van der Marel von der Universität Genf. In beide Schichten sind Blöcke aus Guanin eingelagert – einer der wichtigsten Bestandteile der DNA. Fällt Licht auf die Blöcke, reflektieren sie es.

Die Chamäleons sind in der Lage, die Zwischenräume zwischen den Guanin-Blöcken zu vergrößern oder zu verkleinern, schreiben die Forscher. So erscheint die Chamäleon-Haut in verschiedenen Farben. Ist das Chamäleon ruhig, liegen die Kristalle demnach in einem engen Netz und erscheinen blau. Regt sich das Chamäleon auf, lockert sich das Kristallgitter, die Haut schimmert gelb oder rot.

Pantherchamäleons leben auf der Insel Madagaskar im Südosten Afrikas. Die großen, bunten Tiere zählen zu den beliebtesten Chamäleon-Arten für Terrarien. Die Forscher hatten für ihre Analyse Gewebeuntersuchungen, Elektronenmikroskopie und Wellenlängenmessungen mit der Computermodellierung des Verhaltens von Elektronen im Festkörper kombiniert. Untersucht wurde das Farbenspiel mehrerer Männchen, Weibchen und Jungtiere.