Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde werden in der Nacht zu Donnerstag am Himmel zu sehen sein. © Amir Cohen/Reuters

Dieser Tage streifen Sternschnuppen über den Himmel. Denn die Erde durchquert Mitte August die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Den Höhepunkt des Lichtersturms erwarteten Astronomen vergangene Nacht. Je nach Ort, Wetter und Licht waren bis Donnerstagfrüh bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen.

Die Bedingungen sind in diesem Jahr besonders günstig. Am 14. August ist Neumond, der Himmel wird also von Mittwoch bis Freitag außergewöhnlich dunkel sein. Außerdem hat der Deutsche Wetterdienst für die Sternschnuppennacht milde Temperaturen und einen weitgehend freien Blick vorausgesagt.

Seit mehreren Jahrhunderten können Menschen das Schauspiel beobachten. In 2.000 Jahre alten Aufzeichnungen aus Ostasien ist das Ereignis bereits dokumentiert, die ältesten Erwähnungen in Europa stammen aus dem Jahr 811. Lange Zeit unklar war, was genau alljährlich am Himmel vor sich geht. 1866 schließlich bewies der italienische Himmelsforscher Giovanni Schiaparelli: Jedes Mal, wenn die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle kreuzt, funkelt das Firmament.

Winzige Kometenpartikel leuchten hell auf

Seit Jahrtausenden verliert der Himmelskörper Materie. Es sind Gesteinspartikel, Meteore, die nur wenige Millimeter groß sind – dafür aber extrem schnell. Sie treffen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200.000 Stundenkilometern auf die Erdatmosphäre. Luftteilchen bremsen die Partikel ab, die sich durch die Reibung so stark aufheizen, dass das Gestein zu verdampfen beginnt. Es bildet sich eine Gashülle; trifft sie auf Moleküle, wird das Gas ionisiert, die Atome senden Licht aus und hinterlassen ihre Spuren als Sternschnuppen am Himmel.

Die Bahnen des Stroms scheinen dabei von einem einzelnen Punkt auszugehen, dem Radianten. Weil dieser im Sternbild Perseus liegt und es damit scheint, als strömten die Überbleibsel des Kometen dort heraus, heißt der Sternschnuppenregen auch Perseidenschwarm.

Städte sind zu stark beleuchtet, als dass es wirklich dunkel würde. Wer also die maximale Perseiden-Dröhnung möchte, sollte raus aus dem Zentrum, am besten aufs Land. Die Nacht ist übrigens nirgendwo schwärzer als in Gülpe. Das Dorf in Brandenburg gilt als der dunkelste Ort Deutschlands. Notfalls tut es aber auch ein Feld in der Nähe.

Wer seinen Platz gefunden hat, sollte den Blick nach Nordosten richten. Dort wird das Sternbild Perseus am Abend zunächst stehen und dann aufsteigen. Zwischen 23 Uhr und 5 Uhr wird es vermehrt Sternschnuppen regnen. Am besten aber sind sie in der zweiten Nachthälfte zu sehen, weil Europa dann in die Flugrichtung der Erde schaut. Es wird wirken, als kämen die Sternschnuppen von vorne. Der Fernsehsender Arte bietet einen Rechner an, mit dem Sie den perfekten Winkel ermitteln können und gibt Tipps, wie sie das Leuchten am besten fotografieren.

Es gibt also einen guten Grund, in dieser Nacht auf Schlaf zu verzichten. Doch keine Sorge: Wer den Sternschnuppensturm verpasst, kann dafür am 14. Dezember vorne dabei sein. Dann nämlich tritt der stärkste Meteorstrom des Jahres auf, die Geminiden im Sternbild Zwilling.

Wie nahe der Komet "Tschuri" der Sonne am Donnerstag Nacht kommt, erfahren Sie in diesem Video.