E.T. hat sich laut den Wissenschaftlern des Bundestags noch nicht gemeldet. Eine unheimliche Begegnung der dritten Art wird es laut ihnen wohl auch nicht geben. © GREG WOOD/AFP/Getty Images

Streng geheim sind viele Akten über sie noch immer und deshalb blühen Verschwörungstheorien und Phantasien über Ufos oder außerirdisches Leben. Ob sie wirklich schon gelandet sind, etwa in Area 51 der Wüste Nevadas oder in den verlassenen Braunkohleabbaugebieten der Lausitz, das wollte eine Bundestagsabgeordnete der CDU wissen. Und es bedurfte eines Urteils des Bundesgerichtshofes, damit diese – wiederum streng geheime – Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes im Bundestag endlich ans Licht der Öffentlichkeit gelangte.

Eine Landung Außerirdischer sei "ausgeschlossen"

Die traurige Nachricht für alle, denen die Welt nicht genug ist: Die Bundesregierung hält "eine Landung Außerirdischer auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand für ausgeschlossen". Zwar lege die Tatsache, dass sich Frankreich und Großbritannien mit der Existenz von Ufos und außerirdischen Lebensformen beschäftigen, nahe, das sich auch deutsche Behörden oder Ministerien damit befassen – aber Gewissheit gebe es nicht einmal darüber.

Wird sich ET also nicht bei uns melden und kommt es niemals zur unheimlichen Begegnung der dritten Art? Nein, sagen die Wissenschaftler des Bundestages, und führen in ihrer zehnseitigen Ausarbeitung alles, was Rang und Namen hat, auf, um das zu belegen. Sogar für Sympathisanten des Übersinnlichen ist es schwer, standhaft zu bleiben, bei der Wucht der Argumente. Da wäre etwa der Nobelpreisträger und Physiker Enrico Fermi, der die Wahrscheinlichkeit von Leben im All berechnete. Demnach müsste eine Zivilisation, die zur interstellaren Kolonisation fähig wäre, die gesamte Galaxie längst vollständig erobert haben. Dafür hätten die Außerirdischen höchstens 50 Millionen Jahre gebraucht. Unsere Milchstraße ist aber erheblich älter, und außer uns Menschen machte sich bekanntlich niemand die Erde untertan.

Scan von Seti und elektromagnetische Strahlung

Gegen die Existenz fliegender Untertassen spricht auch die jahrzehntelang vergebliche Erforschung des Universums nach verräterischen Signalen. So scannen die Radioteleskope des Projektes SETI das Universum nach elektromagnetischer Strahlung von Außerirdischen ab, weil dies die "einfachste und wahrscheinlichste Möglichkeit" ist, "extraterrestrisches Leben in naher Zukunft zu entdecken". Kritiker mögen einwenden, das sei doch viel zu anthropozentrisch gedacht: Nur weil die Erde im Universum am ehesten durch die Radio und Fernsehsignale ihrer Bewohner auffällt, muss es noch lange nicht heißen, dass Außerirdische sich derselben Signale bedienen. Zumal damit größtenteils Trash versendet wird.

Immerhin räumen die Wissenschaftler ein: Auch Laser könnten als Signale dienen – und danach wird nicht systematisch geforscht. Außerdem schließen sie Leben irgendwo da draußen nicht aus. Sie nennen es aber lieber "Spuren von Leben" und warnen, das bedeute "keinesfalls, dass es sich um komplexere Organismen oder gar intelligentes Leben handelt". Leben wäre auf Planeten denkbar, die einen ähnlichen Abstand zu einem Stern haben wie die Erde zur Sonne. Denn dort könnte, so wie überall im All, "auf der Basis von Kohlenstoff, Stickstoff und Wasser" einfaches Leben entstehen.

Der bleibt die Krönung der Schöpfung

Der Mensch ist und bleibt die Krönung der Schöpfung, auch für die Verfasser dieser Ausarbeitung. Aber was ist dann mit den vielen Zeugen, die schwören, sie hätten Ufos gesichtet – darunter Militärs und andere der Fantastereien Unverdächtige? "Die Bundesregierung hat keine Erkenntnisse über Sichtungen sogenannter Ufos", erklärte Peter Altmaier schon im Jahr 2008, damals Parlamentarischer Staatssekretär. Und warum ermunterten die Vereinten Nationen im Jahr 1978 die Staaten zur Jagd nach Ufos? Weil in Zeiten des Kalten Krieges die Entwicklung "neuer Fluggeräte, Spionagesatelliten durch die militärischen Gegner Anlass boten, sich mit solchen Fragestellungen zu befassen", sagen die Wissenschaftler. Kurzum, Ufos, das sind doch die aus dem Osten.

Akte des Bundesnachrichtendienstes

Das Universum, unendliche Weiten, da bleibt dennoch grenzenloser Raum für Spekulation. Hartnäckige Ufo-Adepten geben sich mit dieser Antwort noch lange nicht zufrieden. Der Herausgeber der Website grenz/wissenschaft-aktuell etwa stöberte noch eine Ufo-Akte des Bundesnachrichtendienstes auf, die eigentlich bis zum Jahr 2021 gesperrt ist. Und Akte B206/1914 aus dem Bundesarchiv in Koblenz hält die Außerirdischen am Leben: Am 26. August 1986 bezeugten drei Beamte im Nachtdienst der Grenzschutzstelle Puttgarten, ein unbekanntes Flugobjekt in der Luft am Fenster vor ihrem Dienstraum schweben gesehen zu haben. Und gründlich wie die Deutschen eben sind, notierte ein Beamter: "Bitte einen Ufo-Vorgang anlegen!"