Die Erde hat 2015 laut US-Wissenschaftlern das mit Abstand heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 erlebt. Die US-Behörde für Wetter- und Meeresforschung (NOAA) teilte mit, dass die weltweite Durchschnittstemperatur 0,9 Grad Celsius über dem Mittel des 20. Jahrhunderts gelegen habe. Der bisherige Hitzerekord aus dem Jahr 2014 sei um 0,16 Grad übertroffen worden.

Der globale Temperaturrekord sei noch nie so deutlich gebrochen worden, hieß es in einer Mitteilung der NOAA. Für zehn der zwölf Monate in 2015 verzeichnete die US-Behörde Rekordtemperaturen. Besonders herausragend ist dabei der vergangene Monat: Er war nach Messungen der US-Klimabehörde weltweit der heißeste Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen habe um 1,11 Grad Celsius (2 Grad Fahrenheit) über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts gelegen, teilte die Behörde mit. Damit sei auch erstmals die Marke von 2 Grad Fahrenheit erreicht worden.

Ungewöhnlich warm war es den Angaben zufolge vor allem in Zentralamerika und dem nördlichen Südamerika. Auch in Europa, im östlichen und südlichen Afrika, im westlichen Asien und in weiten Gebieten Sibiriens seien Hitzerekorde aufgestellt worden.

Seit 1997 wurde der globale Temperaturrekord laut NOAA in 16 der folgenden 18 Jahre gebrochen. Im vergangenen Jahr hätten die Oberflächentemperaturen der Ozeane das Mittel des 20. Jahrhunderts um 0,74 Grad übertroffen. Die Temperaturen an der Oberfläche der Erdmassen hätten sogar 1,33 Grad über dem Durchschnitt gelegen.

Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sagte: "Nachrichten wie jene vom neuen Rekordjahr 2015 bestätigen, dass der stetige Klimawandel längst ernste Realität ist." Natürlich gebe es immer wieder Schwankungen, der Trend zeige aber "eindeutig nach oben". Der Pariser Klimavertrag müsse nun "konsequent" umgesetzt werden.

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Ban Ki Moon UN-Generalsekretär

Ban Ki Moon UN-Generalsekretär

"Der Klimawandel ist eine Bedrohung für das Leben und unsere Existenz."

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Leider nein: Viele Schäden sind nicht mehr zu ändern. Die Erde erwärmt sich in jedem Fall. Es lässt sich allein das Ausmaß der Katastrophe eingrenzen.

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Das stimmt. Allerdings soll Europa nicht so stark betroffen sein wie andere Kontinente der Erde.

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Die Weltgemeinschaft hatte sich im Dezember in der französischen Hauptstadt auf ein weitreichendes Klimaschutzabkommen geeinigt. Die Vereinbarung sieht vor, die Erderwärmung auf 1,5 bis 2,0 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Erstmals sagten alle 195 beteiligten Staaten auch eigene Beiträge im Kampf gegen den Klimawandel zu. Entwicklungsländer sollen finanzielle und technische Hilfen erhalten. Die Fortschritte bei der Umsetzung des Abkommens sollen alle fünf Jahre überprüft werden.

Auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius rief die Teilnehmerstaaten auf, die Beschlüsse der Weltklimakonferenz nun zügig umzusetzen. Zunächst müsse der Ratifizierungsprozess rasch vorangebracht werden, sagte er vor dem Europaparlament in Straßburg. Damit das Abkommen in Kraft treten könne, müsse es von mindestens 55 Staaten ratifiziert werden, die zusammen 55 Prozent der globalen Treibhausgase ausstoßen.

Klimawandel - Sechs Kontinente und ihre Klimaschäden Mehr Trockenheit, mehr Überschwemmungen, mehr Waldbrände: Welcher Kontinent muss eigentlich mit welchen Klimaschäden rechnen? Unser Video gibt den Überblick.