Astronomen haben die hellste Sternexplosion beobachtet, die je aufgezeichnet wurde. Die Supernova ASASSN-15lh strahlte etwa 20-mal so hell wie sämtliche Sterne der Milchstraße zusammen – oder 570 Milliarden Mal so hell wie unsere Sonne. Das teilte das internationale Forscherteam um Subo Dong vom Kavli-Institut für Astronomie und Astrophysik an der Peking-Universität im US-Fachblatt Science mit (Dong et al., 2016). Die Energiequelle der gewaltigen Explosion ist laut Dong völlig ungewiss.

Supernovae gehören zu den gewaltigsten Explosionen im Universum. Mit ihnen beenden beispielsweise Riesensterne ihre Existenz und schleudern dabei große Mengen Materie ins All hinaus. Es gibt jedoch auch andere Ursachen. Eine Supernova-Explosion kann so hell leuchten wie eine ganze Galaxie. "ASASSN-15lh ist die gewaltigste Supernova, die in der Menschheitsgeschichte entdeckt worden ist", schreibt Dong. "Der Explosionsmechanismus und ihre Energiequelle bleiben geheimnisumwoben, denn alle bekannten Theorien stoßen an ihre Grenzen bei der Erklärung der immensen Energiemenge, die ASASSN-15lh abgestrahlt hat."

Wegen der enormen Helligkeit rechnen die Forscher die Rekordexplosion zur Klasse der überhellen Supernovae. Allerdings überstrahlte ASASSN-15lh auch die bislang hellste derartige Supernova um mehr als das Doppelte. Wegen ihrer enormen Entfernung von 3,8 Milliarden Lichtjahren war sie dennoch nicht besonders auffällig am Nachthimmel, als sie einem automatischen Teleskopsystem im Juni 2015 ins Netz ging.

Erst mit Spektraluntersuchungen am Großen Südafrikanischen Teleskop Salt (Southern African Large Telescope) bestätigte sich die große Entfernung und damit extreme Helligkeit der Explosion. "Als ich die Spektralsignaturen von Salt sah und mir klar wurde, dass wir die bislang gewaltigste Supernova entdeckt hatten, war ich den Rest der Nacht zu aufgeregt zum Schlafen", erinnert sich Dong.

Ursache der Explosion ist unklar

Die extreme Supernova war nicht nur heller, sondern auch heißer als alle vergleichbaren Sternexplosionen. Als eine mögliche Erklärung vermuten die Astronomen einen sogenannten Magnetar im Zentrum der Explosion. Magnetare sind kompakte Sternreste mit einem gigantischen Magnetfeld, die allgemein als eine mögliche Ursache für überhelle Supernovae diskutiert werden. Das Magnetfeld kann die Explosion erheblich verstärken, das Magnetar-Szenario könne ASASSN-15lh jedoch nicht befriedigend erklären, erläutern die Forscher.

Stattdessen sei womöglich ein gigantischer Riesenstern explodiert, mit einer bislang nicht für möglich gehaltenen Masse. Nachbeobachtungen der Explosionswolke, unter anderem mit dem Hubble-Weltraumteleskop, sollen nun mehr Licht in den geheimnisvollen Mechanismus der Rekordexplosion bringen. Die Forscher erhoffen sich davon auch ein besseres Verständnis der Klasse der überhellen Supernovae allgemein.