In Kolumbien dürfte die Zahl der  Zika-Infektionen bei Schwangeren laut Präsident Juan Manuel Santos stark angestiegen sein. Mittlerweile gebe es 3.177 Fälle, sagte Santos dem Rundfunksender Caracol Radio in Bogotá. Insgesamt hätten die Behörden bislang 25.645 Zika-Fälle registriert. Ob es sich dabei um bestätigte Zika-Infektionen oder um Verdachtsfälle handelte, war zunächst nicht bekannt. Santos leitete eine Sondersitzung der Gesundheitsbehörde zu der Epidemie.

Ende Januar hatte das kolumbianische Gesundheitsministerium bereits einen Anstieg von 890 auf 2.116 Fälle innerhalb von einigen Tagen gemeldet, wobei damals nur 176 von Labors bestätigt wurden.

Kolumbien ist nach Brasilien das von dem Zika-Ausbruch am stärksten betroffene Land. Das Zika-Virus breitet sich seit Wochen in Lateinamerika aus. Es führt bei etwa einem Fünftel der Infizierten zu grippeähnlichen Symptomen und ist normalerweise nicht tödlich.

Schwangere können das Virus aber auf ihre ungeborenen Kinder übertragen, bei denen es Schädelfehlbildungen, eine sogenannte Mikrozephalie, auslösen kann. Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt. Geistige Behinderungen sind meist die Folge. Einen Beweis dafür, dass das Virus zu Mikrozephalie führt, gibt es aber noch nicht.

Das Zika-Virus wird nicht nur mit Mikrozephalie, sondern auch mit der Nervenkrankheit Guillain-Barré-Syndrom in Verbindung gebracht. Diese ist ebenfalls auf dem Vormarsch.

Am Freitag hatten die Behörden bekannt gegeben, dass drei mit dem Zika-Virus infizierte Menschen starben, nachdem sich bei ihnen das Guillain-Barré-Syndrom entwickelte. In den meisten Fällen erholen sich am Guillain-Barré-Syndrom erkrankte Patienten wieder, doch mitunter endet die Krankheit tödlich.