Im vierten Anlauf haben Bremer Studenten eine mit Kerzenwachs angetriebene Forschungsrakete gestartet. Die um den Forscher Peter Rickmers entwickelte Zephyr-Rakete hob vom Weltraumbahnhof Esrange im nordschwedischen Kiruna trotz starken Schneefalls um 11.57 Uhr zu ihrem mehrminütigen Flug ab. Zuvor waren in dieser Woche drei Versuche wegen widriger Wetterbedingungen und Problemen bei der Betankung abgesagt worden. Die Rakete sollte mit Paraffin und Sauerstoff in Schallgeschwindigkeit mindestens eine Höhe von 4.000 Metern erreichen.

Der vierte Versuch war die letzte Möglichkeit der Studenten, die Rakete zu starten. Denn nur durch eine spontane Verlängerung der Finanzierung durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt konnten sie es noch einmal probieren.

Bei der Zephyr-Rakete ist im Gegensatz zu herkömmlichen Raketen so gut wie keine Explosionsgefahr vorhanden. "Im Grundsatz handelt es sich zu 99 Prozent um ganz normales Wachs von Kerzen", sagte Projektleiter Rickmers. Insbesondere der Hybridantrieb, der von Grund auf neu konzipiert werden musste, stand im Fokus des Projekts.

Insgesamt haben 30 bis 40 Studenten an dem Raketenprojekt gearbeitet, das über das Stern-Programm des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gesponsert wurde. Dabei sollen mehr als 35 Bachelor- und Masterarbeiten entstanden sein.