Wer Drogen konsumiert, läuft derzeit Gefahr, zum Versuchskaninchen für eine neue Generation von synthetischen Rauschmitteln zu werden. Davor warnt die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) in ihrem Jahresbericht zum Drogenkonsum in Europa. Demnach sind in Europa unkontrolliert immer stärkere Stoffe erhältlich. Bedingt werde die Entwicklung durch neue Produktionstechniken und den Online-Verkauf.

"Das Drogenproblem in Europa wird immer größer", sagte der EU-Kommissar für Inneres, Dimitris Avramopoulos, mit Blick auf die Befunde. Vor allem junge Menschen würden in zunehmendem Maße Drogen konsumieren.

Dem EBDD-Bericht zufolge wurden 2015 insgesamt 98 neue psychoaktive Substanzen (NPS) gemeldet. Im Jahr zuvor waren es 101 gewesen. Damit stieg die Gesamtzahl auf mehr als 560. Oft seien die Auswirkungen vieler Stoffe auf die Gesundheit noch nicht bekannt.  

Zur weiten Verbreitung synthetischer Rauschmittel gehört auch, dass die Partydroge Ecstasy ein Comeback erlebt. Insgesamt beträgt der Anteil am Konsum laut EBDD aber nur drei Prozent. Am häufigsten wird in der EU mit einem Anteil von 38 Prozent nach wie vor Cannabis konsumiert.

Auch in Deutschland ist eine Zunahme des Drogenkonsums zu beobachten. Allerdings liegen die deutschen Daten für die am meisten von Drogenkonsum betroffene Altersgruppe zwischen 15 und 34 Jahren meist unter dem EU-Durchschnitt. Ausnahme sind die Amphetamine: Hier weist Deutschland mit 1,8 Prozent die fünfthöchste Konsumquote auf.

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Drogen

Ständig drauf

Morgens trinken sie Kaffee, schnorren sich in der Pause eine Zigarette und ziehen nach der Vorlesung an einem Joint. Dann ein Feierabendbier und zum Vorglühen Wodka Energy – Tausende Menschen leben mit dem Rausch, jeden Tag. Wie gefährlich ist das?

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30.000-mal Rausch: Das ist die Bilanz

ZEIT ONLINE fragt seine Leser regelmäßig, wie viel sie rauchen, kiffen, trinken, koksen. Etwa 30.000 Antworten sammeln wir jedes Jahr. Eine gute Basis, um sich den Drogenalltag vieler Menschen mal genauer anzuschauen.

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Nein, so schnell geht das nicht. Etwa 120 Tassen (à 150 Milliliter) bräuchten Sie, um sich zu gefährden. Vorher würden Sie aber Herzrasen und ein hoher Blutdruck wohl vom Weitertrinken abhalten.

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Dann folgen Sie den Vorgaben: Frauen sollten pro Tag maximal 0,25 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein trinken. Männer nicht mehr als das Doppelte. Für alle gilt: Mindestens zwei Tage Abstinenz pro Woche. Das Problem: Die meisten halten sich nicht dran.

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Na ja. Es stimmt, Pharmakologen schätzen die Gefahren für den einzelnen geringer ein als durch Alkohol. Aber Gras ist, wie jede Droge, auch gefährlich. Es kann zum Beispiel Wahnvorstellungen auslösen. Tägliches Kiffen ist keine gute Idee und schädigt – genau wie alles, was geraucht wird – die Lungen.

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Stimmt. 2008 befragten US-Forscher Barbesucher, ob sie Getränke mit Energy Drinks getrunken hatten oder einfache alkoholische Getränke. Wer gemischt hatte, blieb länger, trank mehr und fühlte sich öfter fahrtüchtig als die nicht energiegeladenen Trinker.

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