Starkregenfälle in Deutschland seit 1960

Als Starkregen gilt eine Niederschlagsmenge von mehr als 30 Millimetern pro Tag. Grundlage sind die Wetterdaten aus 78 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes.

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Haufenweise Schlamm, zerstörte Häuser, stechender Gestank: Seit Tagen sorgen starke Regenfälle in Bayern und Baden-Württemberg für Überschwemmungen. Mancherorts beginnen bereits Aufräumarbeiten, doch noch ist das extreme Wetter nicht ausgestanden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in Teilen von Süd- und Südwestdeutschland vor "markanten Gewittern" und "Unwettern" mit "Starkregen".

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Was ist Starkregen eigentlich genau? Und wie häufig tritt er in Deutschland auf? Die Wassermassen im Süden Deutschlands scheinen außergewöhnlich zu sein. Tatsächlich aber zeigt ein Blick in die Daten: Starke Regenfälle sind gar nicht so selten.

35 Liter in sechs Stunden = "Unwetterwarnung"

Meteorologen messen die Stärke von Regen in Millimetern. Die Höhe der Regensäule gibt an, wie hoch das Wasser stehen würde, wenn es nicht verdunsten oder versickern würde. Die Umrechnung in Liter ist einfach: Ein Millimeter Regenwasser auf einem Quadratmeter Boden macht genau einen Liter Wasser aus. Wenn in einer Stunde mehr als zehn Liter Regen auf einen Quadratmeter Boden fallen, oder in sechs Stunden mehr als 20, dann reagiert der Deutsche Wetterdienst mit einer sogenannten "markanten Wetterwarnung". Bei mehr als 25 Litern pro Stunde oder mehr als 35 Litern in sechs Stunden wird eine "Unwetterwarnung" ausgelöst.

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht Tagesdaten von derzeit fast 80 Wetterstationen in Deutschland. Misst eine solche Station über einen Tag hinweg mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter, dann wird das "Starkregen" genannt (man kann also davon ausgehen, dass ein Starkregen etwa einem "markanten Gewitter" entspricht).

Die Grafik zeigt alle Starkregen-Ereignisse seit 1960; jeder der 44.005 Punkte ist eine solche Messung. Einen Trend kann man daraus nicht ablesen. Es gab weder häufiger noch seltener Starkregen in den vergangenen fünfeinhalb Jahrzehnten.

Insgesamt reicht das Datenarchiv des Deutschen Wetterdienstes bis ins 19. Jahrhundert zurück und verzeichnet 75.247 solche Ereignisse. Klingt als ob es heute viel mehr regnet, stimmt aber nicht. Heute wird nur mehr gemessen.