Sieben Monate nach ihrem Start hat für die europäisch-russische Raumfahrtmission zum Mars die entscheidende Phase begonnen: Während des Anflugs auf den Roten Planeten löste sich das Testlandegerät erfolgreich von der zweiteiligen Sonde der Mission ExoMars 2016, wie die europäische Raumfahrtbehörde Esa mitteilte.

Das Testlandegerät Schiaparelli und das zweite verbliebene Gerät, die Atmosphärensonde Trace Gas Orbiter (TGO), werden nun getrennt zum Mars weiterfliegen. Sie sollen ihn am Mittwoch erreichen. Das 600 Kilogramm schwere Modul Schiaparelli soll dann auf der Marsoberfläche aufsetzen, während die Atmosphärensonde in eine Umlaufbahn um den Nachbarplaneten der Erde eintreten soll. Die Mission wird nach Spuren von Leben auf dem Mars suchen.

Das Modul Schiaparelli soll auf dem Mars Bilder anfertigen und wissenschaftliche Messungen der Marsoberfläche vornehmen. Seine Hauptaufgabe ist es aber, die Technologie für ein künftiges europäisches Marsfahrzeug zu testen. Das Mutterschiff wird währenddessen im Orbit bleiben, um Gase in der Atmosphäre zu analysieren.

Forscher hoffen, dass die Spuren eines auf dem Mars möglichen Lebens nachweisbar sind. So haben Sonden und Roboter in den vergangenen Jahrzehnten Daten geliefert, laut denen es noch heute Wasser auf dem Planeten gibt, allerdings sehr salziges. Fast alle dieser Forschungsprojekte werden von den USA betrieben.

Der letzte Versuch einer Marslandung der Esa mit dem Fahrzeug Beagle 2 war im Jahr 2003 gescheitert. Die laufende Expedition ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Esa und der russischen Weltraumagentur Roskosmos. Im zweiten Teil des Projekts soll 2018 eine mobile Landeeinheit auf dem Mars abgesetzt werden. Esa und Roskosmos wollen im Jahr 2020 ihren ersten eigenen Hightechroboter zum Mars schicken. Das Modul Schiaparelli soll die Technologie für diese nächsten Schritte testen. Der Erfolg oder Misserfolg der Marslandung am Mittwoch entscheidet somit über die Zukunft der gesamten ExoMars-Mission.