Eine russische Rakete hat drei Raumfahrer zur Internationalen Raumstation (ISS) gebracht. Die Sojus-Kapsel dockte in der Nacht zum Sonntag an der ISS an. Der Franzose Thomas Pesquet, die US-Astronautin Peggy Whitson und der Russe Oleg Nowizky waren in der Nacht zuvor vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartet. Das Team soll bis Mai 2017 im All bleiben.

Pesquet ist der erste Franzose seit 2008 auf der ISS. Für den ausgebildeten Piloten und Hobbysaxofonspieler ist es auch der erste Aufenthalt im All, für den der 38-Jährige sieben Jahre lang trainiert hat.

Vor dem Abflug ließ sich Pesquet von den Sterneköchen Alain Ducasse und Thierry Marx insgesamt 13 Gerichte zubereiten, darunter Stopfleber und Entenbrust, die er mit der gesamten Crew im All essen will. Die drei Neuankömmlinge wurden von dem US-Astronauten Shane Kimbrough und den beiden Russen Sergej Ryschikow und Andrej Borissenko in der ISS begrüßt. Die drei Raumfahrer sind seit Oktober an Bord.

Whitson war 2007 die erste Kommandantin an Bord der ISS. Für die 56-Jährige ist es die dritte Reise ins Weltall, im Februar wird sie als erste Frau zum zweiten Mal das Kommando auf der ISS übernehmen. Am 24. April wird die Biochemikerin zudem noch einen anderen Rekord brechen: Der US-Rekord für den insgesamt längsten Aufenthalt im Weltall wird bisher von Jeff Williams gehalten, der bei vier Reisen insgesamt 534 Tage im Weltall verbrachte.

Den Weltrekord für die meisten Tage im Weltall hält allerdings der Russe Gennadi Padalka, dessen Raumausflüge sich auf insgesamt 879 Tage summieren. Der 45-jährige Kosmonaut Nowizky reist zum zweiten Mal zur ISS.

Seit dem Ende ihres Shuttleprogramms im Juli 2011 hängen die USA für den Transport ihrer Astronauten komplett von Russland ab. Die alten US-Raumfähren sind nun Museumsstücke.