Ein russisches Transportraumschiff ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS abgestürzt. Fast alle Trümmerteile der unbemannten Progress MS-04 seien beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Der Grund für das Unglück werde untersucht.

Progress MS-04 war am Donnerstagnachmittag mit 2,5 Tonnen Treibstoff, Wasser, Nahrung und anderen Versorgungsgütern vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan in Richtung ISS gestartet. Auch private Post und ein neuer Raumanzug waren mit an Bord. Am Samstag sollte das Raumschiff an der Raumstation andocken. Doch 383 Sekunden nach dem Start habe das Schiff aufgehört, Daten zu übermitteln, hieß es von Roskosmos. Nach dem Abheben der Sojus-Trägerrakete habe sich die dritte Stufe möglicherweise zu früh getrennt, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. 190 Kilometer über der russischen Region Tuwa sei es dann wieder zurück Richtung Erde gestürzt.

Es ist das dritte Mal innerhalb von zweieinhalb Jahren, dass der Start eines russischen Raumfrachters scheitert.

Auf der ISS befinden sich derzeit sechs Raumfahrer – die Russen Sergej Ryschikow, Andrej Borissenko und Oleg Nowizkij, die Amerikaner Shane Kimbrough und Peggy Whitson sowie der Franzose Thomas Pesquet. Die Versorgung der Raumfahrer sei trotz des Ausbleibens von Nahrungsmitteln und Treibstoff nicht gefährdet, hieß es. Man könne den für Februar geplanten nächsten Start vorziehen.

Russische Sojus-Trägerraketen gelten als zuverlässig. "Wenn ein Unfall passiert ist, könnte es ein Versagen des Antriebs sein, der in Woronesch hergestellt worden ist, oder ein Versagen der Steuerung, die nach ersten Angaben beim Werk Kommunar in Charkiw programmiert worden ist", sagte ein Experte. Charkiw liegt in der Ukraine.