Canberra: 39 Grad Celsius. Sydney: 42,9 Grad. Mildura: 45 Grad. Die am Freitag an vielen Stellen Australiens gemessenen Temperaturen brechen Rekorde. Seit Tagen leiden vor allem die Bewohner der südöstlichen Regionen unter einer Hitzewelle. Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht. Im Gegenteil: Laut dem australischen Wetterdienst wird es am Wochenende noch heißer – die Regierung warnt vor weiteren Stromausfällen und Waldbränden.

Der Januar 2017 war der heißeste seit mehr als 100 Jahren in Sydney. Die Werte am Freitag wiederum waren die höchsten, die je in einem Februar in der Stadt registriert wurden. Wegen der Hitzewelle hat die Regierung vor Stromausfällen gewarnt. Bislang kam es nur zu kleineren Ausfällen. Damit das Netz stabil bleibt, sind Familien in ganz Australien dazu aufgerufen, den Stromverbrauch gering zu halten, indem sie etwa darauf verzichten, Wasch- und Spülmaschinen zu nutzen.

Im Bundesstaat New South Wales gilt für das Wochenende ein generelles Verbot, Feuer zu entzünden. Es bestehe eine große Gefahr von Waldbränden, hieß es laut Behörden. Viele Nationalparks wurden vorsorglich geschlossen. Ein großes Pferderennen wurde wegen der hohen Temperaturen auf unbestimmte Zeit verschoben.

In Tasmanien könnte es schneien

Die Hitze ist nur ein Extrem, von dem Australien derzeit betroffen ist. In der Küstenstadt Perth etwa gab es starke Regenfälle, großflächige Überflutungen werden befürchtet. In einem Stadtteil wurden die Bewohner dazu aufgerufen, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Im Bundesstaat Western Australia wiederum ist es besonders kalt. In einigen Gebieten Tasmaniens ist Schnee angesagt.

Die Wetterbedingungen haben zu einer nationalen Diskussion über die Energiepolitik geführt. Die australische Regierung unter Ministerpräsident Malcolm Turnbull führt bisherige Stromausfälle darauf zurück, dass vielerorts Kohlekraftwerke geschlossen und durch erneuerbare Energien wie Windkraft ersetzt wurden. Diese aber seien weniger verlässlich, wie die aktuelle Situation zeige.