Chinas Behörden haben knapp 70 Fabriken und Geschäfte geschlossen, die im Elfenbeinhandel tätig sind. Das teilte das Forstwirtschaftsministerium in Peking mit. Bis zum Ende des Jahres sollen die übrigen der insgesamt 170 Betriebe geschlossen werden.

China ist bisher der weltweit größte Markt für Elfenbein. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung jedoch versprochen, den bisher legalen Handel im Jahr 2017 beenden zu wollen. Tierschützer begrüßten die Entscheidung: "Das Ende des Elfenbeinhandels in China erhöht die Überlebenschancen für Elefanten enorm", sagte Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. Wilderer töten die Tiere wegen ihrer Stoßzähne, die auf dem Schwarzmarkt mehrere Zehntausend Euro einbringen. Laut der Tierschutzorganisation WWF gehören Wilderei und Schmuggel zu den fünf einträglichsten Sparten der internationalen Kriminalität – "vergleichbar mit dem Handel mit Menschen, Waffen, Drogen und gefälschten Markenprodukten".

Allein in Afrika töten Wilderer jährlich etwa 20.000 Elefanten. Die Schließungen in China seien ein wichtiges Signal, dass der weltweit organisierte, illegale Handel keine Zukunft habe, heißt es beim WWF. 

Der internationale Handel mit Elfenbein ist bereits seit 1990 verboten. Einige Länder, darunter auch die meisten EU-Staaten, erlauben jedoch den Verkauf von Elfenbein, das vor dem Verbot eingeführt wurde. Die EU gehört zu den größten Exporteuren dieser Altbestände. Von 2014 bis 2015 exportierte sie 20.000 Elfenbeinschnitzereien und fast 1.300 Stoßzähne, vor allem nach China, dem bislang weltweit größten Markt für Elfenbein.

Mit dem Verbot kommt China einer Aufforderung von Teilnehmern der Cites-Artenschutzkonferenz nach. Im Oktober 2016 hatten diese eine Resolution verabschiedet, die Länder zur Schließung ihrer nationalen Elfenbeinmärkte auffordert. Auch die USA und Hongkong, nach China die zwei größten Elfenbeinmärkte, leiteten ein entsprechendes Verbot ein.

Die EU-Kommission plant, ab Juli die Ausfuhr von Stoßzähnen und anderem unverarbeiteten Elfenbein zu verbieten. Produkte aus vor 1990 eingeführtem Elfenbein sollen weiterhin verkauft werden dürfen.