Hätte sich Mars-Rover Curiosity vor seiner Reise auf den roten Planeten auf seinen Job bewerben müssen, wäre die Stellenausschreibung wohl so ausgefallen:

Top-Job auf dem Mars – Forschender Roboter, zum 6. August 2012.

Wir bieten:   

  • Chance auf Ruhm und Ehre
  • Geregelte Arbeitstage, ruhige Arbeitsatmosphäre
  • 2,6 Milliarden Dollar Budget
  • Viel Luft, reich an Kohlendioxid und kosmischer Strahlung
  • Alle zwei Jahre zwei Wochen frei (technische Probleme nicht mit eingerechnet)

Wir wünschen uns:

  • Mobilität
  • Sicherer Umgang mit Maschinen, Bohrwerkzeugen, Labortechnik und Social Media
  • Erfahrungen in Klimatologie, Geologie, Chemie, Mikrobiologie
  • Fotografie-Kenntnisse
  • Entdeckergeist

Bewerbungen bitte an NASA Headquarters, 300 E Street SW, Washington DC, USA

Für die prestigeträchtige Stelle war Curiosity aber eh schon ausgewählt – er wurde eigens für sie gebaut: 900 Kilogramm Hightech im Kleinwagenformat. Zum fünfjährigen Dienstjubiläum zeigt sich der Roboter äußerlich fit; allein seine Reifen sind ein wenig lädiert und deren Aluminiumhülle hat kleine Risse. Doch sein Dienst läuft längst nicht mehr nach Vorschrift: Der Bohrer, Curiositys wichtigsten Werkzeug, funktioniert seit Dezember nicht mehr.

Statt sich also ins Marsgestein zu wühlen und es an Bord zu analysieren, um Leben, Überreste davon oder zumindest Hinweise darauf zu finden, fährt Curiosity vor allem herum, schaut sich alles genau an und fotografiert. Klingt nach Sightseeing statt Science.   

Sieben Minuten Terror, weinende Mitarbeiter – damals war's noch aufregend

Dabei hatte 2012 alles so vielversprechend angefangen. Zumindest nachdem die "sieben Minuten des Terrors" überstanden waren. So nennt die amerikanische Weltraumagentur Nasa die Landephase des Roboters auf der Marsoberfläche.

Vom äußeren Rand der Atmosphäre bis zum Bodenkontakt blieben Curiosity nur sieben Minuten. Wenig Zeit, um von 21.000 Kilometern pro Stunde zum vollständigen Stopp abzubremsen. "Der Computer musste ganz allein eine perfekte Choreografie abliefern", sagt Ingenieur Tom Rivellini, der das Landeverfahren mitentwickelt hat. Hitzeschild abwerfen, Fallschirm zünden, Fallschirm abwerfen und Raketen anwerfen. "Die Atmosphäre ist zu dünn, als dass sie den Job (Anm. d. Red.: des Abbremsens) hätte übernehmen können." Radar starten, Landestelle anvisieren, Rover von dem Raketenmodul trennen und langsam hinablassen, abkoppeln, sanft absetzen. So der Plan.

14 Minuten braucht ein Funksignal vom Mars zur Erde. Curiosity hätte also schon sieben Minuten verbrannt, explodiert oder zerschellt sein können, statt sicher zu stehen, als man auf der Erde von seinem Eintritt in die Marsatmosphäre erfuhr. Hätte. Denn im Kontrollraum hieß es letztlich unter Glückstränen: "Touchdown confirmed, wir sind sicher auf dem Mars." Auch Curiosity durfte sich offiziell freuen. Ein Nasa-Mitarbeiter twitterte im Namen des Rovers: "I'm safely on the surface of Mars. GALE CRATER I AM IN YOU!!! #MSL."