Nature ist neben Science eines der wichtigsten Fachmagazine der Welt. Jetzt hat die Redaktion des wissenschaftlichen Magazins, das ansonsten Studien und Fachartikel publiziert, sich ungewöhnlich deutlich zu Deutschlands Politik positioniert. Die Nature-Redaktion wünscht sich eine weitere Amtszeit für Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Gegensatz zu anderen Demokratien wie Großbritannien und der USA, deren Ziele in der Klimapolitik von der Redaktion eher kritisch betrachtet würden, sei Merkels Politik fortschrittlich, forschungsfreundlich und ein Grund für Deutschlands führende Rolle als Wissenschaftsnation, schreibt die Redaktion.

In einem Editorial, das keinen Autor namentlich nennt, zitiert die Redaktion (Nature, 2017) Angela Merkels bekannten Satz "Wir schaffen das" aus den Zeiten der Flüchtlingskrise. Er lasse sich genauso gut auf ihre Einstellung gegenüber der Wissenschaft anwenden, heißt es in dem Text. Merkel habe die wissenschaftlichen Entwicklungen in Deutschland weiter unterstützt und gestärkt – im Gegensatz zu US-Präsident Donald Trump, den das amerikanische Magazin für sein Verhalten in der Klimapolitik kritisiert.

Als Grund für Merkels starke Förderung der Forschung im eigenen Land nennt das Magazin ihre Ausbildung als Physikern und auch ihre pragmatische Herangehensweise an die Wissenschaft. Mit drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts wird in Deutschland verhältnismäßig viel Geld in die Forschung gesteckt, davon zwei Drittel von der Industrie. Nature ermuntert die Wähler der CDU, der Kanzlerin zu vertrauen, dass sie auch weiterhin Wissenschaftler und Forscher unterstützen wird.

Auch die Erhaltung und Modernisierung von Universitäten sollte hohe Priorität für die künftige Regierung haben, heißt es. Außerdem müsse Deutschland aufgrund des starken Fachkräftemangels offen bleiben für junge Talente aus aller Welt und Menschen die Möglichkeiten bieten, bei deutschen Firmen arbeiten zu können. Wichtige Bausteine dafür seien weitere Stipendien und einfachere Visa-Anforderungen. Junge Forscher und Wissenschaftler seien ausschlaggebend für den Erfolg Deutschlands, schreibt die Redaktion. Zusammen mit dem Editorial veröffentlichte das Magazin einen Kommentar zu Deutschland als Forschungsstandort (Nature: Schiermeier, 2017) und einen zur deutschen Energiepolitik (Nature: Kemfert, 2017).