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17. Oktober 2017 vor 2 Monaten aktualisiert
© Mads Perch/Getty Images

Die großen Fragen an die Wissenschaft: Woher kommt alles Leben?

Aus Einzellern wurden Pflanzen, Tiere, Menschen – der Evolution sei Dank. Geschah das zufällig? Nur auf der Erde? Drei Forscher diskutierten. Das Liveblog zum Nachlesen

  • 16:07 Uhr
    Alina Schadwinkel

    Eine Frage zum Schluss – wie passend. Wir sind nun tatsächlich am Ende unserer Diskussion angelangt. Heute ging es um die große Frage: Woher kommt alles Leben? Sie hat uns in den vergangenen Stunden von der Ursuppe bis zu unterirdischen Ozeanen auf fernen Monden geführt. Vielen Dank Ludmila Carone, Bettina Wurche und Anna Müllner für das Gespräch!


    Morgen um 12 Uhr diskutieren die SciLogs-Blogger Stephan Schleim, Christian Hoppe, Leonie Seng und Karin Schumacher auf ZEIT ONLINE die dritte große Frage: Was ist Bewusstsein?

  • 16:02 Uhr
    Bettina Wurche

    Das kann schon sein. Ich halte es aber für eher unwahrscheinlich. Schließlich sind Populationen von Homo sapiens auf der ganzen Welt verstreut. Wahrscheinlicher ist, dass einzelne Populationen dezimiert oder ausgelöscht werden, eventuell könnten etwa durch atomare oder Klimakatastrophen Landstriche oder Kontinente unbewohnbar werden. Vielleicht ist das auch eher eine philosophische Frage?

  • 15:59 Uhr
    Ludmila Carone

    Der Mensch ist sehr anpassungsfähig. Ich denke also schon, dass wir irgendwie überleben werden – zunächst. Dennoch wird der Mensch also solches irgendwann zwangsläufig verschwinden. Die Evolution macht auch vor dem Menschen nicht halt. Unsere Art wird dann in eine oder mehrere andere Arten übergehen. Das ist der Kreislauf des Lebens – und auch gar nicht schlimm, wie ich finde.

  • 15:55 Uhr
    Alina Schadwinkel

    Falls es nicht Außerirdische sind, die uns zerstören – wird sich der Mensch dann selbst vernichten? Die Frage treibt viele Leser laut unserer Umfrage um. 

  • 15:55 Uhr
    Bettina Wurche

    Ja, so ein Erstkontakt ist wirklich eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Die Entfernungen in Raum und Zeit sprechen dagegen.

  • 15:53 Uhr
    Bettina Wurche

    Ich würde empfehlen, die Füße still zu halten!

  • 15:52 Uhr
    Ludmila Carone

    Zu dem Thema gibt es eine unfassbar spannende Science-Fiction-Roman-Trilogie: Die drei Sonnen von Liu Cixin. Die Frage ist spannend und nicht so einfach zu beantworten, würde ich sagen.

    Vor allem sollte man sich aber auch vor Augen halten, dass es auf der Erde unvorstellbar lange gedauert hat, bis sich eine Form von Leben entwickelte, die sich diese Frage überhaupt erst stellen kann. Das wird woanders kaum anders sein.

    Die Tiefe der Zeit ist da ein wenig unser Feind. Und auch die Tiefe des Raumes. Es dauert nun mal ne ganze Weile, bis Nachrichten auf anderen Planeten ankommen.

  • 15:50 Uhr
    Bettina Wurche

    Eine ganz schön schwierige Frage. Wenn ich mir so angucke, wie aggressiv wir auf der Erde miteinander umgehen, würde ich befürchten, dass auch Aliens so agieren könnten. Und wenn sie die technischen Voraussetzungen haben, zu uns Kontakt aufzunehmen und uns zu besuchen, würde ich befürchten, dass sie uns technisch extrem überlegen sein dürften.

  • 15:49 Uhr
    Alina Schadwinkel

    Irgendwo im Universum gibt es eine Form von Außerirdischen – das sagen fast alle Wissenschaftler. Vehement diskutiert wird allerdings, ob man gezielt nach intelligenten Aliens suchen sollte oder nur Ausschau hält. Doug Vakoch will ins All hinausschreien, um sie zu finden, wie wir schon auf ZEIT ONLINE berichtet haben. Was sagen Sie, liebe Blogger: Rufen oder Schweigen?

  • 15:47 Uhr
    Bettina Wurche

    Dann haben wir natürlich natürlich ganzen fremdartigen Ökosysteme, die sich chemotroph – von Schwefel! – ernähren und erst seit 1978 entdeckt wurden.
    Ich sehe da schon auf der Erde viel Spielraum für extreme Lebensräume, die mit Hoffnung für außerirdisches Leben geben.

  • 15:46 Uhr
    Ludmila Carone

    Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass sich auf den TRAPPIST-1 Planeten nicht unbedingt die Notwendigkeit ergibt, umherziehen zu müssen. Jahreszeiten gäbe es ja nicht, von daher auch keine Zugvögel. Vielleicht wäre das Leben dort viel stationärer.

  • 15:46 Uhr
    Bettina Wurche

    Eine dieser Zufallsentdeckungen am Boden der Antarktis macht aus einem toten Wal eine Oase – dazu hatte ich auf meertext geschrieben: Critters fressen Wale.

  • 15:44 Uhr
    Bettina Wurche

    Ozeane sind mitnichten vollständige Wüsten, sondern Ansammlungen von Mikrohabitaten. Erst mal haben wir da die Grenzschicht zwischen Eis und Ozean, da wimmelt es in der Antarktis von Leben. Dann haben wir auf Europa die Schlote, in denen der Ozean, bewegt durch die starken Tiden, auf- und abschwappt. Lauter wunderbare Grenzfläche mit vielen Nischen.


    Dann dürften sich die Abgase der potentiellen Smoker – dort tritt Magma aus – am Meeresgrund weit als Fahnen in die Wassersäule ziehen. Auch das sind wieder Grenzflächen zwischen verschiedenen Wasserkörpern. Auch die scheinbar leeren Ozeane der Erde sind reich besiedelt von driftender Fauna, über die wir immer noch sehr wenig wissen. Ich bin da nicht ganz so negativ.


  • 15:43 Uhr
    Ludmila Carone

    Na, das hoffe ich doch.

  • 15:42 Uhr
    Alina Schadwinkel

    Heißt also, andernorts würden sich tatsächlich andere Entwicklungen des Lebens beobachten lassen? Es würde gar Leben entstehen, wie wir es bislang überhaupt nicht kennen?

  • 15:40 Uhr
    Ludmila Carone

    Auf den TRAPPIST-1-Planeten gäbe es beispielsweise keinen Tag-Nacht-Rhythmus. Sie zeigen ihrem Stern immer dieselbe Seite. So wie der Mond der Erde immer dieselbe Seite zukehrt. Dämmerung ist auf den TRAPPIST-1-Planeten ein Ort und keine Uhrzeit. Wenn man bedenkt, dass es für den festeingebauten Tag-Nacht-Rhythmus in irdischen Lebewesen gerade den Nobelpreis gab... dann ist das doch ein gewaltiger Unterschied.

  • 15:37 Uhr
    Alina Schadwinkel

    Würde die Evolution auf fremden Planeten oder Monden eigentlich anders laufen, weil sie – und wenn nur im Detail – anders beschaffen sind, als die Erde?

  • 15:37 Uhr
    Ludmila Carone

    Ich bin da jetzt nicht so begeistert, Bettina, weil tiefe Ozeane ganz schnell zu Wasserwüsten werden. Zu stark verdünntes Wasser und ohne Oberfläche, wo sich was anreichern kann, ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Wasser alleine, macht noch kein Leben.

  • 15:32 Uhr
    Bettina Wurche

    Seit der Entdeckung von flüssigen Salzwasserozeanen auf den Monden unseres äußeren Sonnensystemes ändert sich die Vorstellung von Bewohnbarkeit, also Habitatbilität, nun: Auf dem Jupitermond Europa und dem Saturnmond Enceladus befinden sich unter kilometerdicken Eispanzern flüssige Salzwasserozeane. Diese Himmelskörper werden durch tektonische Vorgänge von innen beheizt. Und damit haben wir nun tief im äußeren, eisigen Sonnensystem in der Tiefe der Ozeane doch möglicherweise Räume, die Lebensräume sein oder werden können.

  • 15:29 Uhr
    Ludmila Carone

    a) Extrasolar = außerhalb des Sonnensystems

    b) Goldilocks-Zone = Eine Region benannt nach dem amerikanischen Märchen mit dem Goldlöckchen und den drei Bären, das seinen Brei nicht zu heiß und nicht zu kalt mochte. Verzogenes Gör halt. Und wenn nur Sonneneinstrahlung als Energie vorherrscht, dann ist flüssiges Wasser genauso anspruchsvoll. (Dazu passt auch Bettinas Erklärungen unten zum green belt.)
    e) Unterkühlte Zwerge = sehr kleine Sterne. Etwa ein Zehntel so groß wie unsere Sonne. Sind dann auch direkt 3000 Grad weniger heiß. Darum müssen Planeten ganz nah an so einen Stern ranrücken, damit sie genügend Energie abkriegen. Das ist bei den TRAPPIST-1-Planeten und bei Proxime Centauri b auch der Fall. Die umkreisen ihre Sterne in nur wenigen Tagen.

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