Die diesjährige Auszeichnung in Chemie teilen sich Jacques Dubochet, Joachim Frank und Richard Henderson. Sie entwickelten die Kryo-Elektronenmikroskopie. Das gab das Nobelkomitee an der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm bekannt. Oben im Video können Sie die Begründung der Jury im Video sehen.

Mit dieser Methode der Mikroskopie lassen sich Strukturen auf molekularer Ebene sichtbar machen: Einem Salmonellen-Bakterium dabei zusehen, wie es mit seiner Nadel eine Zelle anpiekst, um sie zu infizieren? Dank der Kryo-Elektronen-Mikroskopie wurde das möglich. So können Forscher heute auch Moleküle in Pflanzen dabei beobachten, wie sie Photosynthese betreiben oder sehen, welche Eiweiße es sind, die einen Erreger resistent gegen ein Antibiotikum machen. Mit dieser Technik habe eine neue Ära der Biochemie begonnen, schreibt die Nobelpreis-Jury in ihrer Begründung.

In Kürze hier mehr über die Forschung der Preisträger.

Miniautos aus der Nanowelt gewannen 2016

Vergangenes Jahr hatte die Jury Jean-Pierre Sauvage, Sir Fraser Stoddart und Bernard Feringa für die Entwicklung von Nanoautos ausgezeichnet – Bauwerke aus einer Welt, winziger als alles, was wir uns vorstellen können. In diesem Miniaturwunderland cruisen Fahrzeuge herum, von denen Tausende nebeneinanderfahren könnten, auf einer Autobahn so dünn wie ein Haar (ZEIT ONLINE berichtete). Klitzekleine Aufzüge düsen dort auf und ab. Alles gebaut aus nur ein paar Molekülen.

Die Gewinner in Medizin und Physik

Bereits am Montag und Dienstag gab die Jury die Nobelpreisträger 2017 in Medizin/Physiologie und Physik bekannt. Der Medizinnobelpreis geht an ein Forschertrio für ihre Erkenntnisse über die biologische Uhr aller Lebewesen. An Fruchtfliegen hatten sie herausgefunden, dass Mensch und Tier nach einem genetisch definierten Rhythmus leben. Sie fanden heraus, wie diese Gene den Takt des Lebens steuern und wie auch wir sie täglich anhand des Sonnenlichts mit dem 24-stündigen Tageslauf der Erde synchronisieren.

Die Auszeichnung in Physik teilen sich drei der Entdecker der Gravitationswellen. Ein Team aus mehr als 1.000 Forschern hatte im Jahr 2015 an einer riesigen Detektorenanlage an zwei Standorten der USA die Wellen aus dem All eingefangen, deren Existenz Albert Einstein schon vor 100 Jahren vorhergesagt hatte. Nur dass man solche Wellen jemals würde messen können: Das hatte Einstein nicht geglaubt. Die Entdeckung gilt als Meilenstein in der Astrophysik.

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