Australischen Forscher ist es erstmals gelungen, Korallen innerhalb des Great Barrief Reef umzusiedeln. Das Projekt könnte damit helfen, beschädigte Ökosysteme weltweit wiederaufzubauen, sagten die Wissenschaftler der australischen Southern-Cross-Universität.

Die Wissenschaftler hatten große Mengen an Korallenlaich vor der Insel Heron Island im südlichen Teil des Riffs gesammelt und ausgebrütet. Die geschlüpften Larven transplantierten sie anschließend in beschädigten Gebieten des 2.300 Kilometer langen Riffs. Acht Monate später fand das Forscherteam dort junge Korallen vor, die den Umzug überlebt und im Schutz von Netzwänden gewachsen waren.

Bei dieser Transplantation von Korallenlarven handelt es sich um eine gänzlich neue Methode der Korallenvermehrung. Beim herkömmlichen Anbau würden etwa Ableger gesunder Korallen abgetrennt und an anderer Stelle ins Riff gesteckt, in der Hoffnung, dass sie wieder wachsen.

Das erfolgreiche Projekt ließe sich nicht nur für das Great Barrier Reef anwenden, sondern habe möglicherweise globale Bedeutung, sagte der leitende Wissenschaftler Peter Harrison. "Es zeigt, dass wir beginnen können, beschädigte Korallenpopulationen wiederaufzubauen und zu reparieren." So etwa vor den Philippinen, wo die lokale Korallenpopulation durch langjährige Fischerei mit Dynamit empfindlich gestört wurde. 

Das Great Barrier Reef vor Australiens Nordostküste ist das weltgrößte Korallenriff. 1981 wurde es von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt und zählt unter anderem neben dem südamerikanische Amazonas und dem Tafelberg vor Kapstadt zu den sieben Weltwundern der Natur. Der Klimawandel und die damit verbundene Erwärmung der Ozeane bedrohen das Ökosystem seit Längerem. Auch die Wasserverschmutzung durch Schifffahrt und Landwirtschaft in der Nähe der Küste spielen eine Rolle bei der Zerstörung der Korallen.

Anna Marsden, Vorsitzende der Great Barrier Reef Foundation, nannte die erfolgreiche Transplantation junger Korallen "einen großen Sprung vorwärts für das Riff und den Korallenschutz weltweit".