Die Frauen in der SPD wollen beim Bundesparteitag in der kommenden Woche erwirken, dass künftig für alle Führungsämter Doppelspitzen aus je einer Frau und einem Mann möglich werden – bis hin zum Amt des Parteivorsitzenden. Das berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf einen ihr vorliegenden Änderungsantrag.

"Wenn wir dort, wo das gewünscht ist, paritätisch besetzte Doppelspitzen ermöglichen, verbessern wir die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Ehrenamt, verbreitern unser Reservoir für Führungspositionen und leben selbst, was wir von anderen fordern", sagte die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Elke Ferner.

Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz hatte als Kanzlerkandidat im Wahlkampf angekündigt, ein Kabinett unter seiner Führung paritätisch besetzen zu wollen. Der Parteitag findet vom 7. bis 9. Dezember in Berlin statt. Der intern umstrittene Schulz kann mit seiner Wiederwahl rechnen.

In seiner Rede muss er versuchen, die Partei für Verhandlungen über eine große Koalition mit der Union zu überzeugen. Für Schulz wird es ein Balanceakt. Er selbst hatte am Wahlabend und danach immer wieder kategorisch eine nun denkbare Neuauflage der großen Koalition ausgeschlossen.

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