Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will die Internationale Raumstation (ISS) privatisieren. Gleichzeitig solle die staatliche Finanzierung ab 2024 eingestellt werden, berichtet die Washington Post unter Berufung auf ein internes Dokument der US-Weltraumbehörde Nasa.

Die Regierung strebe eine Privatisierung an, damit die ISS auch ohne öffentliche US-Gelder weiterbetrieben werden könne. Es sei denkbar, "dass die Industrie beginnen könnte, bestimmte Teile oder Fähigkeiten der ISS als Teil einer künftigen kommerziellen Plattform weiterzubetreiben", zitiert die Washington Post die Nasa-Unterlagen. Bislang kostet der Betrieb des Weltraumlabors die USA jährlich drei bis vier Milliarden Dollar. 

Die Trump-Regierung will am Montag ihren Haushaltsentwurf für das Jahr 2019 veröffentlichen, und damit auch offiziell ihre Pläne zur Raumfahrt vorstellen. Erwartet werde laut Washington Post der ein Antrag für ein Budget von 150 Millionen Dollar, um die kommerzielle Weiterentwicklung von Teilen der ISS zu fördern. Das Ziel der US-Regierung unter Präsident Donald Trump sei es nun, den erdnahen Orbit zu einer Umgebung für "nicht-staatlichen menschlichen Weltraumflug" zu machen, heißt es in dem Bericht. In dieser Umgebung sei "die Nasa einer von vielen Kunden". 

Kritiker des Vorhabens merkten an, dass es den USA nicht zustehe, die Station eigenverantwortlich zu privatisieren. Die US-Regierung sei an internationale Abkommen zum Betrieb der Station gebunden. Neben den USA und Russland sind Kanada, Japan und einige europäische Länder an der Raumstation beteiligt.

Seit 16 Jahren ist die Internationale Raumstation ununterbrochen bemannt. Rund 230 Astronauten aus knapp 20 Nationen waren bereits an Bord der ISS. Die Gesamtkosten für den Forschungsbetrieb im All: mehr als 100 Milliarden Dollar. 

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