Hätte David Bowie das noch erleben dürfen... Unter Jubel Tausender Raumfahrtfans ist am US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida am Dienstagabend um 21.45 Uhr deutscher Zeit die Trägerrakete Falcon Heavy ins All gestartet. Sie entließ dort planmäßig einen roten Tesla-Roadster in den Orbit. Nach erfolgreicher Abkopplung erklang in der Liveübertragung Bowies Hymne Life on Mars – wobei im Auto angeblich Space Oddity in Dauerschleife gespielt werden sollte.

Die rund 70 Meter hohe aus den Teilen von drei Falcon-9-Raketen kombinierte Falcon Heavy brachte ihre Fracht offenbar erfolgreich in den Weltraum. Ob der Tesla dort ankommt, wo er soll, muss sich noch zeigen. Zwei der wiederverwertbaren Raketenteile – die seitlichen Module der ersten Stufe – landeten nach Informationen von SpaceX gut acht Minuten nach dem Abschuss wie geplant auf den Landeplattformen 1 und 2 in Cape Canaveral. Das mittlere Modul sollte auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik landen. Doch der Funkkontakt zu diesem Model brach noch vor Mitternacht deutscher Zeit ab. Nach derzeitigem Stand schwebt der Tesla nun im Erdorbit umher. Eines Tages, so die Idee von SpaceX, könnte ein solches Gefährt Kurs auf den Planeten Mars nehmen. 

Als nächstes also Menschen an Bord?

Elon Musk, Chef von SpaceX und Tesla, jedenfalls hat mit dem Testflug nicht nur den nächsten bemannten Weltraumflug in etwas greifbarere Nähe gerückt, sondern global ein gigantisches PR-Spektakel veranstaltet. Mit Erfolg für seine Vision: Menschen zum Mars zu bringen, darunter Touristen. Wenn möglich sollen noch in diesem Jahr erstmals Menschen eine Testflug in einer Dragon-Kapsel absolvieren – transportiert von einer Falcon-Rakete.

Wie ein Guardian-Reporter aus Cape Canaveral berichtete, hatten sich hunderttausende Schaulustige an den Stränden Floridas postiert und sich mit Getränken, Snacks und Ferngläsern eingedeckt. Ursprünglich hätte die Riesenrakete um 13.30 Uhr Ortszeit abheben sollen – letztlich dauert es bis 15.45 Uhr. Die Fans erwarteten den aufregendsten Raketenstart vom Weltraumbahnhof seit 2011, als das Space-Shuttle-Programm der USA eingestellt wurde.

SpaceX - Falcon Heavy erfolgreich gestartet Die Trägerrakete der Firma SpaceX ist mit einem Tesla an Bord ins All aufgebrochen. Zwei der drei wiederverwertbaren Raketenteile sind wieder auf der Erde gelandet. © Foto: Thom Baur, Reuters

Seither fehlt der Nasa ein eigenes Transportmittel, um Astronauten ins All, etwa auf die Internationale Raumstation ISS, zu befördern. Schon jetzt bucht die US-Weltraumbehörde deshalb Frachtflüge bei SpaceX – und sie kooperiert mit der privaten Firma auch im Hinblick auf bemannte Missionen. In Kooperation, hofft auch US-Präsident Donald Trump, sollen die Vereinigten Staaten wieder zur führenden Raumfahrernation werden lassen. Geplant sind neue bemannte Missionen: Erst zum Mond. Und als nächstes zum Mars.

Als die Falcon Heavy dann jedenfalls endlich dampfend und Feuer speiend abhob, übertönte der Jubel zumindest in der Liveübertragung auf Youtube die letzten Ziffern des Countdowns – dabei waren die Zuschauer auf dem Gelände mit Blick auf die Startrampe 39A extra noch von Nasa-Pressesprecher Jeff Lucas instruiert worden: "Bitte nicht gleich klatschen, wenn's geht" – "Ich bin kein Spaßverderber, aber bei ein paar früheren Anlässen hatten wir hier 3.000 von euch, die beim Countdown mitgemacht haben. Und dann schreien alle die Zahlen und wir hören nicht, wenn der Launch-Direktor 'Warten, warten, warten' ruft." Das jedenfalls klappte nicht.

Einen ausführlichen Artikel aus Cape Canaveral lesen Sie hier.