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In allen EU-Staaten werden die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktobersonntag wieder eine Stunde zurückgestellt. In Deutschland gibt es diese Sommerzeit seit 1980, in der gesamten EU seit 1996.

Eine große Mehrheit der Deutschen wünscht sich nach einer neuen Umfrage allerdings die Abschaffung der Zeitumstellung. 73 Prozent der Befragten sprachen sich gerade in einer repräsentativen Studie des Forsa-Instituts gegen das Umstellen der Uhren im Frühjahr und Herbst aus. Die EU-Kommission wurde gerade aufgefordert, die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung zu prüfen und sie gegebenenfalls wieder abzuschaffen.

Während die Sommerzeit also eine rein politische Entscheidung ist, hängen die deutlich unterschiedlichen Tageslängen im Laufe eines Jahres unveränderlich von der Umlaufbahn der Erde um die Sonne ab. Die Nordhalbkugel ist wegen der Erdneigung ein halbes Jahr lang der Sonne zugeneigt (Sommer) und ein halbes Jahr von der Sonne weggeneigt (Winter). Unsere Tag-Nacht-Simulation zeigt, wie sich daraus auch deutliche regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands ergeben.

Am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, geht beispielsweise die Sonne zuerst im Nordosten auf der Insel Rügen auf (4.29 Uhr). Als Letztes geht sie im Südwesten der Republik dann mehr als eine Stunde später auf (5.31 Uhr in Lörrach). Da dort die Sonne an diesem Tag aber auch schon früher untergeht, haben die Menschen im südlichen Schwarzwald an diesem Tag ganze 77 Minuten weniger Tageslicht als die Rügener an der Ostsee.

In unserer interaktiven Visualisierung können Sie für jeden Tag des Jahres sehen, wann bei Ihnen die Sonne auf- und untergeht. Zusätzlich können Sie zwei Orte miteinander vergleichen und ablesen, welcher Ort wann mehr Tageslicht hat. Nach der Postleitzahleingabe sehen Sie außerdem, was sich verändern würde, wenn wir ganz auf die Sommerzeit verzichten würden oder als anderes Extrem die (künstliche) Sommerzeit zur Dauerlösung erklärten.