Die chinesische Raumstation Tiangong 1 ist auf die Erde gestürzt und weitgehend verglüht. Die Raumstation sei um 8.15 Uhr Pekinger Zeit (2.15 Uhr MESZ) mitten über dem Südpazifik in die Erdatmosphäre eingetreten, teilte die Raumfahrtbehörde CMSEO mit. Dabei sei das acht Tonnen schwere Weltraumlabor größtenteils verglüht. Die übrigen Teile stürzen demnach ins Meer.

Tiangong 1 war im All außer Kontrolle geraten. Im März 2016 brach der Funkkontakt ab – das Raumlabor ließ sich nicht mehr steuern und auch nicht mehr kontrolliert in die Erdatmosphäre manövrieren.

China, das ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm unterhält, hatte Tiangong 1 im September 2011 im Weltall ausgesetzt. Auf dem Außenposten im All koppelten mehrere bemannte und unbemannte Raumschiffe an, doch seit 2013 hat kein Taikonaut mehr die Raumstation betreten. Im September 2016 schickte China den Nachfolger Tiangong 2 ins All. Im kommenden Jahrzehnt soll daraus eine große, ständig bemannte Raumstation entstehen.

Die Raumfahrtbehörden weltweit hatten den Sinkflug genau verfolgt. Die Experten versicherten aber, dass für Menschen keine Gefahr bestehe. Bereits vor einigen Tagen hatte die chinesische Raumfahrtbehörde beteuert, niemand müsse befürchten, dass die Station "wie in einem Science-Fiction-Film wild auf die Erde stürzen wird". Vielmehr werde sie sich in einen "prächtigen Sternschnuppenregen verwandeln, der durch den sternenklaren Himmel zur Erde braust".