Im Dezember 2004 werden die Ergebnisse von PISA II (2003) veröffentlicht, und wieder gibt es für die Deutschen Grund zur Enttäuschung: Im Vergleich mit 31 Industriestaaten landen Deutschlands Schüler in der unteren Hälfte der Leistungstabelle. Deutschlands Schüler haben sich auch in der zweiten PISA-Studie nicht verbessert.

Die PISA-Aufgaben kamen wie immer aus den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen. Neu dabei: das so genannte Problemlösen. Hier sollen die Schüler Wissen aus verschiedenen Fächern nutzen. Eine Kostprobe liefert „Dazugelernt“ . Thomas Kerstan hat sich ebenfalls mit den Inhalten der Studie auseinandergesetzt. „Wie viele Kalorien braucht ein Lehrer?“ , fragt er und analysiert den veränderten Prüfungskatalog, der prüft, inwieweit die Schüler am Ende der Pflichtschulzeit über Fähigkeiten verfügen, ohne die sie später im beruflichen und gesellschaftlichen Leben keine Chancen haben.

Bereits 2001 gab es für die deutschen Bundesländer einen PISA-Schock: Wie damals auf die Studie reagiert wurde, zeigt der Artikel „Wandel ohne Vision“ von Martin Spiewak. Im Gespräch mit Manfred Prenzel , dem Leiter der deutschen Pisa-Studie 2003, geht es um Verbesserungsansätze für die Schule. Was können Lehrer, Eltern und Kultusminister tun, fragen Martin Spiewak und Thomas Kerstan. Vonseiten des Klassenbesten, den Finnen, gibt es subversive Reformvorschläge : Deutsche Schüler sollen von den Vorzügen des finnischen Systems überzeugt werden: „Kiitos, Finnland!“.

Zu Beginn des Schuljahres im August 2004 machte die Politik Druck: Überall wurden neue Schulgesetze und Lehrpläne wirksam. Mancherorts herrschte Reformeuphorie, anderswo regierte das Chaos. Lehrer und Eltern waren verunsichert, vorsichtige Aufbruchsstimmung kämpfte gegen trübe Resignation. Doch unser Blick in deutsche Klassenzimmer zeigte: Hier wurde die Reform entschieden und nicht in den Ministerien. Lesen Sie unser Spezial in Ausgabe 37/2004: Schule im Aufbruch

Schüler dürfen dem reformfaulen Bildungssystem nicht länger geopfert werden, deshalb gehört das Sitzenbleiben weitgehend abgeschafft (30/2004). Im Übrigen gibt es auch Schulreformen, die wenig kosten und sich schnell umsetzen lassen. Experten und Betroffene präsentieren zehn Ideen für eine bessere Schule (29/2004).

Die Hauptschule ist das Sorgenkind im deutschen Schulsystem: Der schulische Makel beschreibt zwei Hauptschulkarrieren in Deutschland (33/2004). Renate Hendricks ist Vorsitzende des Bundeselternrats und urteilt im Gespräch mit der ZEIT über unser Schulsystem: Eltern werden ruhig gestellt, Schüler sitzen gelassen, und die Lehrer hocken in goldenen Käfigen (22/2004).