Andreas Sentker/ Ralf Krauter – Moderation:

Guten Abend, meine Damen und Herren, herzlich willkommen zum 15. ZEIT FORUM der Wissenschaft. Die Veranstaltung heute Abend steht ganz im Zeichen des Jahrhundertgenies Albert Einstein, sozusagen im Vorgriff auf das Einsteinjahr 2005.

Albert Einstein war, so kann man ohne Übertreibung sagen, der berühmteste Forscher aller Zeiten, jedenfalls der erste Forscher der weltweit eine Art Kultstatus erreicht hat. Heute wird sein Bild auf T-Shirts, Tassen und Teller gedruckt. Vor ziemlich genau hundert Jahren hat Einstein sozusagen im Handstreich die Grundfesten der Physik ins Wanken gebracht. Seine bahnbrechenden Theorien über Raum, Zeit und Materie haben unser aller Weltbild revolutioniert und bilden auch die Grundlage für die komplette heutige moderne Naturwissenschaft.

Dass Einstein aber schon zu Lebzeiten eine Legende war, lässt sich aber nur teils damit begründen, dass er ein brillanter Wissenschaftler war. Einstein war auch politisch ein unangepasster Querdenker, der sich Zeit seines Lebens unermüdlich für das eingesetzt hat, was im wichtig war, für seine Ideale – namentlich Frieden, Freiheit, Menschenrechte. Wegen seiner ihm daraus erwachsenden herausragenden Bedeutung hat ihn das US-Time-Magazine in der Millenniumsausgabe zum Menschen des 20. Jahrhunderts gekürt. Das will schon was heißen. Dass das Einsteinjahr jetzt 2005 ausgerufen wurde, bietet natürlich jede Menge Gelegenheit, diese facettenreiche Persönlichkeit, die Albert Einstein war, dieses Jahrhundertgenie, von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Wir wollen damit heute Abend im Rahmen dieses ZEIT Forums der Wissenschaft schon mal anfangen und wollen dabei nicht zuletzt auch der Frage nachgehen, inwieweit der Mensch des 20. Jahrhunderts vielleicht auch als Leitbild für das 21. Jahrhundert dienen kann.

Ich begrüße ganz herzlich Jürgen Renn. Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin und ausgewiesener Einstein-Kenner. Zur Zeit bereitet er die größte Einstein-Ausstellung des kommenden Jahres in Berlin vor. Ebenso begrüße ich Bernard Schutz, den Direktor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik – auch als Albert Einstein Institut bekannt – in Golm bei Potsdam. Dort forscht er über Gravitationswellen, den letzten fehlenden Beweis für Einsteins Theorien. Begrüßen möchte ich auch Anton Zeilinger. Er leitet das Institut für Experimentalphysik der Universität Wien und wurde 1997 durch das "Beamen" von Lichtteilchen, die Quantenteleportation, weltbekannt. Und ich heiße Jan Plefka willkommen. Er ist Nachwuchswissenschaftler am Albert Einstein Institut und will jene Formel finden, nach der Einstein ein Leben lang suchte: die große einheitliche Theorie, vulgo Weltformel.

2005 wird der 50. Todestag Albert Einsteins gefeiert, aber vor allem hundert Jahre Relativitätstheorie. Das Jahr 1905 ist als ANNUS MIRABILIS, das Wunderjahr in die Geschichte der Wissenschaft eingegangen. Herr Renn, fiel Einstein einfach so vom Himmel?