Später wurde Edelman Herzchirug – und setzte sich für Aidskranke ein
Nach dem Kriegsende studierte Edelman in Lodz Medizin und wurde Kardiologe. Er war berühmt, weil seine Klinik als erste in Polen Herztransplantationen durchführte. Gleichzeitig engagierte er sich seit den siebziger Jahren in der demokratischen Opposition und war 1980 einer der Mitbegründer der Gewerkschaft "Solidarnosc". 1981 internierten ihn die Kommunisten, doch nach Protesten aus dem Westen wurde er freigelassen.
Nach der Wende von 1989 unterstützte Edelman Aids-Kranke, nahm polnische Roma vor Übergriffen in Schutz, kämpfte gegen die Auschwitz-Lüge und setzte sich für Kosovo-Flüchtlinge ein. Die Deutschen betrachtete er mit kritischer Aufmerksamkeit. Es gehe nicht darum, dass sie um Vergebung bitten. Sie sollten aber ihren Platz in der Weltgeschichte kennen, sagte er in einem Zeitungsinterview.
Polens Ministerpräsident Donald Tusk sagte in einer ersten Reaktion, er habe Edelman bewundert. "Seine Autorität edelte die Demokratie im freien Polen", hieß es in einer Mitteilung des Regierungschefs. Edelman sei ein Jude und ein großer polnischer Patriot gewesen, meinte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Polen, Piotr Kadlcik.
In zahlreichen Publikationen schilderte Edelman seine dramatischen Kriegserlebnisse. Auch als Zeitzeuge vermittelte er bis zu seinem Tod den jüngeren Generationen Wissen über die schrecklichen Kriegsereignisse. "Es gab Liebe im Ghetto", heißt sein letztes, in diesem Jahr erschienenes Buch.
- Datum 03.10.2009 - 16:02 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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