Wettlauf am Südpol Vivian Fuchs – der Bezwinger der Antarktis
Seite 3/3:

 

Mit Flugzeugen und Pistenraupen kämpfen sie sich durchs Eis

3. März 1958: Der englische Geologe Sir Vivian Fuchs steht neben seinem Sno-Cat-Fahrzeug, mit dem er die Antarktis durchquerte

3. März 1958: Der englische Geologe Sir Vivian Fuchs steht neben seinem Sno-Cat-Fahrzeug, mit dem er die Antarktis durchquerte

Fuchs und 19 Männer brechen am 24. November 1957 aus der Shackleton-Basis auf, mit Sno-Cats, einer Art früher Pistenwalze, und Weasel-Kettenfahrzeugen, wie sie im Zweiten Weltkrieg eingesetzt waren. Die schweren Gefährte kommen nur langsam voran, bleiben oft im Schnee stecken. Wo das Packeis auf die Landmasse trifft, ist die Landschaft zerklüftet. Hundeschlitten suchen eine sichere Route über die klaffenden Spalten. Auch Flugzeuge unterstützten die Expedition.

Der antarktische Sommer 1957/58 ist zum Internationalen Geophysikalischen Jahr erklärt worden. Zwölf Nationen beteiligen sich; 55 Stationen entstehen in der Antarktis. Auch Fuchs' Team nimmt seismische und gravimetrische Messungen vor. Sie finden heraus, dass die Eiskappe in der Gegend des Südpols rund 2800 Meter dick ist und dass darunter ein großes Tal liegt.

Hillarys Gruppe legt Depots an der Strecke Richtung Pol an, den sie laut Plan nicht erreichen soll. Doch Hillary, der wohl gern anderen zuvorkommt, bewältigt seine Aufgabe im leichteren Terrain mit umgebauten Ferguson-Traktoren schneller als erwartet. Als alle Depots angelegt sind, eilt er zum Südpol – und erreicht ihn zwei Wochen vor Fuchs, am 5. Januar 1958. Knapp fünf Jahre, nachdem er den Mount Everest als erster bestiegen hat, ist Hillary der dritte Expeditionsleiter am Pol.

Hillary hat sich nicht an die Pläne gehalten und drängt Fuchs auch noch per Funk, die Reise für den schon nahenden Winter zu unterbrechen; er hat ja seinen Erfolg. Fuchs lehnt ab. Die Zeitungen schreiben vom großen Streit am Pol, doch die Begrüßung in der US-Basis, vor eigens eingeflogenen Journalisten, bleibt freundlich. Später spielt Fuchs die Spannungen herunter, lobt Hillarys Arbeit.

Der Rest der Reise über Polarplateau und Skelton-Gletscher geht leichter als erwartet. Nach 99 Tagen und insgesamt 3473 Kilometern erreicht die Expedition am 2. März 1958 die Küste. Noch in der Scott-Basis erfährt Fuchs, das er zum Ritter geschlagen wird. Auch da war Hillary schneller: Er darf sich schon seit seiner Rückkehr vom Everest Sir Edmund nennen.
 

Anzeige
 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service