100 Jahre Fortschritt Ein Telefon für die Westentasche

Im Jahr 2010 werde jeder Mensch ein Taschentelefon haben, prophezeite Robert Sloss vor 100 Jahren. Seine Vision wurde übertroffen: Heute haben viele sogar mehrere Handys.

Das war einmal. Mittlerweile sind Telefone nicht mehr nur zum Telefonieren da, sondern übernehmen eine Reihe von Aufgaben

Das war einmal. Mittlerweile sind Telefone nicht mehr nur zum Telefonieren da, sondern übernehmen eine Reihe von Aufgaben

"Netz besetzt": Da will man noch während des Feuerwerks per Handy Neujahrsgrüße loswerden – und kommt einfach nicht durch. Kein Wunder, denn zum Jahreswechsel verschicken die Deutschen etwa 300 Millionen SMS, fünfmal so viele wie an einem Durchschnittstag.

Vor 20 Jahren noch waren diese Massen an Mobiltelefonen undenkbar – dabei prophezeite Robert Sloss bereits vor 100 Jahren in einem Aufsatz für das 1910 erschienene Buch Die Welt in 100 Jahren: "Jedermann [wird] sein eigenes Taschentelefon haben, durch welches er sich, mit wem er will, wird verbinden können, einerlei, wo er auch ist." Wer Robert Sloss war, ist nicht genau überliefert; es heißt, er sei ein US-Journalist gewesen. Seine Vision vom "drahtlosen Jahrhundert" jedenfalls wurde Wirklichkeit.

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Bereits 1918 gab es den ersten deutschen Mobilfunkdienst, den Seefunkdienst. Hinzu kamen Hafen-, Zug- und Stadtfunkdienste – 1958 wurden sie alle zum ersten nationalen Netz zusammengeschlossen – dem A-Netz. Ein einziges Standardgerät kostete bis zu 15.000 D-Mark, so viel wie damals drei VW-Käfer.

Leser-Kommentare
  1. Meine Vorhersage für die Kommunikation in 100 Jahren wäre, dass wir dann wieder soweit sind wie zu Zeiten von Sloss ... ein paar findige, begabte unserer Urenkel werden versuchen, aus den Resten unserer untergegangenen technischen Zivilisation Sende- und Empfangsgeräte oder Stromgeneratoren zu basteln, um sich im dann wieder gewachsenen Urwald darüber zu unterhalten, wie weit das Meer inzwischen vorgedrungen ist und wo es jagbares Wild gibt (falls der Golfstrom nicht kollabiert ist, in unseren Breiten dann vermutlich Gazellen und Gnus).

  2. 2. ...

    Und die ständige Erreichbarkeit nervt...

    Ich verpasse eigetlich die meisten der wenigen Anrufe die ich bekomme...
    Weil ich sie nicht bemerke.

    Es gibt sicherlich Situationen da sind Mobiltelefone ein Segen - aber überwiegend sind sie eine Plage.

  3. Jetzt liegt wohl auf der Hand, was Einstein damit meinte:

    "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."

  4. Da stimmt doch was nicht so ganz. Die meisten Menschen haben kein eigenes Telefon und ein paar Milliarden haben nicht einmal Zugang zu einem.
    Nicht einmal in Deutschland hat jeder ein Telefon (oder Taschentelefon).

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    Sicher hat dort nicht jeder ein Handy (in China "nur" jeder dritte, in Indien etwas über 2%, wenn ich das richtig verstehe), aber Zugang haben dann doch relativ viele Leute - es ist gerade in solchen Ländern mit geringer Telefondichte ein Geschäftsmodell, ein solches zu haben, und dann für andere Leute Botschaften durch die Gegend zu funken.

    Ständig erreichbar sein ist natürlich auch ein Fluch. Ich schätze an der E-Mail gerade die Asynchronität.

    Dass soetwas außer Acht gelassen wird hat, denke ich, einen ganz einfachen Grund. Für die meisten Europäer ist Europa die Welt, vielleicht zählt man noch die USA dazu, Staaten anderer Kontinente werden aber in aller Regel außer Acht gelassen.

    Sicher hat dort nicht jeder ein Handy (in China "nur" jeder dritte, in Indien etwas über 2%, wenn ich das richtig verstehe), aber Zugang haben dann doch relativ viele Leute - es ist gerade in solchen Ländern mit geringer Telefondichte ein Geschäftsmodell, ein solches zu haben, und dann für andere Leute Botschaften durch die Gegend zu funken.

    Ständig erreichbar sein ist natürlich auch ein Fluch. Ich schätze an der E-Mail gerade die Asynchronität.

    Dass soetwas außer Acht gelassen wird hat, denke ich, einen ganz einfachen Grund. Für die meisten Europäer ist Europa die Welt, vielleicht zählt man noch die USA dazu, Staaten anderer Kontinente werden aber in aller Regel außer Acht gelassen.

  5. Sicher hat dort nicht jeder ein Handy (in China "nur" jeder dritte, in Indien etwas über 2%, wenn ich das richtig verstehe), aber Zugang haben dann doch relativ viele Leute - es ist gerade in solchen Ländern mit geringer Telefondichte ein Geschäftsmodell, ein solches zu haben, und dann für andere Leute Botschaften durch die Gegend zu funken.

    Ständig erreichbar sein ist natürlich auch ein Fluch. Ich schätze an der E-Mail gerade die Asynchronität.

    Antwort auf "Kleiner Fehler?"
  6. Dass soetwas außer Acht gelassen wird hat, denke ich, einen ganz einfachen Grund. Für die meisten Europäer ist Europa die Welt, vielleicht zählt man noch die USA dazu, Staaten anderer Kontinente werden aber in aller Regel außer Acht gelassen.

    Antwort auf "Kleiner Fehler?"
  7. Würde ich Hut tragen, dann hätte der ein Headset eingebaut.

    • necron
    • 07.04.2010 um 8:17 Uhr

    Wer sich gerne mittlerweile überholte Visionen durchliest, dem empfehle ich die Bücher von Hans Dominik.
    Dieser geniale Techniker war mit seinen Gedanken sehr weit voraus und musste darunter leiden, das seine Romane als Schund abgetan wurden.
    Heutzutage sind allerdings viele dieser Ideen verwirklicht und gehören zum Alltag.
    Besonders zu empfehlen ist der Wettflug der Nationen, Atomgewicht 500 und Land aus Feuer und Wasser.

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