Ceauşescus Flucht mit dem Hubschrauber wird live im Fernsehen übertragen
Damit ist der Bann gebrochen. Als am Mittwoch die größte Demonstration durch Timişoara zieht, die die Stadt je gesehen hat, greift das Militär nicht ein. Ein Hauch Prager Frühling liegt in der Luft: Protestierende klettern auf Panzer, Mädchen verschenken Blumen an Soldaten.
Ceauşescu hat die Proteste unterschätzt, er ist am Montag zu einem Besuch in den Iran gereist. Jetzt, zurück in Bukarest, verurteilt er in einer Fernsehansprache die "Terroristen" in Timişoara. Für den Donnerstag setzt der Conducător eine Massenveranstaltung an: Zehntausende sollen ihm zujubeln – doch sie pfeifen ihn aus. Securitate-Polizisten eröffnen das Feuer, aber das Militär unter Verteidigungsminister Vasile Milea weigert sich, es ihr gleichzutun. Die im Fernsehen live übertragene Kundgebung sollte die Macht des Diktators zeigen – aber sie zeigt ihn machtlos. Er lässt Minister Milea erschießen.
Der Aufstand greift nun auf Bukarest über: Am Freitag stürmen Demonstranten das Gebäude des Zentralkomitees der Partei. Ceauşescu und seine Frau Elena entkommen aufs Dach, ein Hubschrauber nimmt sie auf. Die dramatische Flucht ist live im Fernsehen zu sehen. Der Dichter Mircea Dinescu, wegen seiner kritischen Texte mit Schreibverbot und Hausarrest belegt, tritt vor die Kameras. Er verkündet den Sturz des Diktators – am 22. Dezember, genau eine Woche nach Beginn des Aufstandes.
Noch liefern sich Securitate-Agenten und Armeeeinheiten Gefechte; Demonstranten und Unbeteiligte sterben. Der Helikopter-Pilot hat die Ceauşescus abgesetzt, die Miliz nimmt sie fest. Am ersten Weihnachtsfeiertag verurteilt ein Militärtribunal sie zum Tode. Es heißt, für das Erschießungskommando hätten sich hunderte Freiwillige gemeldet. Das Urteil wird noch am selben Tag vollstreckt.
Der Jubel über das Ende des Regimes hält nicht lange an. Die Rationierung von Lebensmitteln, die Strom- und Wassersperren werden nach und nach aufgehoben – die Armut aber bleibt. Die Regierung übernimmt der frühere Ceauşescu-Gefolgsmann Ion Iliescu. Proteste gegen seine Wahl zum Präsidenten lässt er von Bergarbeitern niederprügeln. Ein Demokrat ist er nicht.
Heute glauben viele Historiker, dass die Aufständischen von 1989 Unterstützung von hohen Militärs hatten, die mehr Macht wollten, als Ceauşescu an sie abgab. Teile der Securitate sollen die Demonstranten zu Krawallen angeheizt haben. Klären lassen sich die Vorwürfe kaum: Ex-Securitate-Schergen sitzen bis heute in Machtpositionen, das Spitzelsystems wurde nie aufgearbeitet. Erst seit 2005 regelt ein Gesetz den Einblick in die Akten der Securitate.
- Datum 15.12.2009 - 13:34 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Der Sturz Ceauşescus und die Art, wie er durchgeführt wurde sind für mich ein weiterer Beleg, dass bei Revolutionen, in denen durch Gewalt der Diktator abgesetzt wird und dann hingerichtet wird, Leute mit der gleichen moralischen Einstellung folgen und sich gleich verhalten, wie der Diktator, den sie umgebracht haben.
Ich persönlich hatte mit dem rumänischen Konsulat in Mailand zu tun und kann die dortigen Verantwortlichen Angestellten nur als unerträglich klassiefizieren.
Meine Frau (die aus der Republik Moldau stammt) hat letztes Jahr ihre Tochter in Bucarest abgeholt. Als sie eines der Dokumente nicht gleich fand, hat sie der militärisch auftretende Grenzer von der rumänischen Polizei angeschrien, sie als Hure und was weiss ich bezeichnet. Ich war nicht vor Ort, weil ich mich während der 3 Tage um unsere erst 3 Monate alte Tochter zu Hause kümmerte. Es war wahrscheinlich besser denn ich weiss nicht, was ich diesem ... geantwortet hätte, mindestens hätte ich aber darauf bestanden, die deutsche Botschaft zu kontaktieren.
Sie hat mir dann das Verhalten des Grenz... (das Wort, das mir durch den Kopf geht schreibe ich nicht, um berechtigte (!) Zensuren zu vermeiden) geschildert und sowohl in Deutschen als auch in Italienischen Behörden würde solch ein Subjekt vom Dienst suspendiert und vor ein Gericht gestellt.
In Rumänien sind solche Leute in öffentlichen Ämtern an der Tagesordnung. Die EU sollte Rumänien zu Aufräumarbeiten zwingen. Und zwar schnell.
Werter Journalist,
ich, als Rumänin die die Revolution mitgemacht hat, und keine Verbindungen mit der Armee oder weiß ich was gehabt hat, und ich als in Deutschland promovierte Sozialwissenschaftlerin (die freilich Deutschland verlassen hat) finde viele Gründe, Ihre jurnalistische Aufrichtigkeit in dieser Sache zu bezweifeln.
Der Kommentar des deutschen Michels oben ist dann nur Normalität des Identitätswahn, eine Identität die nur sich selbst bestätigt sehen kann, und des kontinuierlichen neoliberales Bashing: Wirtschaft/Finanz gleich Kultur/Mentalität (nach Kriterien die 'wir', nicht 'die', erfunden haben). Erschreckend simplistisch. Ewig mit gehobenem Zeigefinger... Haben Sie den Artikel über Datenspeicherung in der EU, oben in der online-edition, in eigener Zeitung, gelesen? Wie ist mit dem Finanzamt-Skandal in Hessen? Wie ist mit der 'Kundus-Affäre'? Mit Milliarden für Banken und Bankiers? Oder mit Leute wie Edmund Metzger, die jahlrelang nach Kriegsende wie Gott in Frankreich, aber doch in Deutschland, gelebt haben? etc etc. Wissen Sie, andere können es auch, den Zeigefinger heben, es ist doch so einfach....
gruß,
was Sie damit sagen wollen??? Ist und war alles gerecht in Rumänien - nein! Ist und war alles gerecht in Dt. -nein! Das Deutschland genauso Vetternwirtschaft betreibt, alte Nazigrößen in den Ämtern weitergefeiert haben, steht doch auch außer Frage. Vielleicht könnte man der Zeit ankreiden, dass sie manchmal nicht direkt genug auf die eigenen Mißstände im Land eingeht(oder nicht darf). Trotzdem ist doch der Artikel kein Rumänien Bashing, oder empfinden Sie das tatsächlich so?Journalistische Aufrichtigkeit?Verstehe ich nicht. Sie lieben Ihr Land und kennen sich wahrscheinlich gut aus(auch wenn Sie damals dabei waren) doch Mißstände, und es ist nunmal FAKT, das die derzeitige Regierung Rumäniens große Mißstände hat. Deutschland ist nicht der Musterknabe, wie er sich immer darstellt, aber die Auswirkungen auf die Bevölkerung ist nicht so stark wie in Rumänien.
LG
was Sie damit sagen wollen??? Ist und war alles gerecht in Rumänien - nein! Ist und war alles gerecht in Dt. -nein! Das Deutschland genauso Vetternwirtschaft betreibt, alte Nazigrößen in den Ämtern weitergefeiert haben, steht doch auch außer Frage. Vielleicht könnte man der Zeit ankreiden, dass sie manchmal nicht direkt genug auf die eigenen Mißstände im Land eingeht(oder nicht darf). Trotzdem ist doch der Artikel kein Rumänien Bashing, oder empfinden Sie das tatsächlich so?Journalistische Aufrichtigkeit?Verstehe ich nicht. Sie lieben Ihr Land und kennen sich wahrscheinlich gut aus(auch wenn Sie damals dabei waren) doch Mißstände, und es ist nunmal FAKT, das die derzeitige Regierung Rumäniens große Mißstände hat. Deutschland ist nicht der Musterknabe, wie er sich immer darstellt, aber die Auswirkungen auf die Bevölkerung ist nicht so stark wie in Rumänien.
LG
Nur eine kleine Korrektur:
"Die vielen ethnischen Ungarn hier im Banat nennen die Stadt Temesvár, die Deutschen Temeschwar oder Temeschburg".
Die Deutschen, die im Banat leben/lebten, sprechen und sprachen von Temeswar - _nicht_ Temeschwar und nicht Temeschburg. Wenn jemand über Temeschburg oder Temeschwar spricht, hat er sich wohl sofort als 'Aussenstehender' oder 'Obagschaita' ge-outet; ein Temeswarer - wie auch ein Banater - spricht von Temeswar.
So erlebt und nie anders - als neben Temeswar Aufgewachsener klingt mir alles außer Temeswar (auf Deutsch) fremd, es kratzt im Ohr.
Zum eigentlichen Thema - das haben sie so insgesamt wohl schon ganz gut zusammengefasst.
Liebe Zeit-Leute, macht's weiterhin gut - und lasst "Die Zeit" weiterleben!
was Sie damit sagen wollen??? Ist und war alles gerecht in Rumänien - nein! Ist und war alles gerecht in Dt. -nein! Das Deutschland genauso Vetternwirtschaft betreibt, alte Nazigrößen in den Ämtern weitergefeiert haben, steht doch auch außer Frage. Vielleicht könnte man der Zeit ankreiden, dass sie manchmal nicht direkt genug auf die eigenen Mißstände im Land eingeht(oder nicht darf). Trotzdem ist doch der Artikel kein Rumänien Bashing, oder empfinden Sie das tatsächlich so?Journalistische Aufrichtigkeit?Verstehe ich nicht. Sie lieben Ihr Land und kennen sich wahrscheinlich gut aus(auch wenn Sie damals dabei waren) doch Mißstände, und es ist nunmal FAKT, das die derzeitige Regierung Rumäniens große Mißstände hat. Deutschland ist nicht der Musterknabe, wie er sich immer darstellt, aber die Auswirkungen auf die Bevölkerung ist nicht so stark wie in Rumänien.
LG
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