Werner von Siemens Ein Kabel zu Ruhm und Ehre
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Als das Kabel in Aden anlandet, zeigen die Messungen einen Fehler

Um schon beim Legen des Kabels Fehler zu finden, "hatte ich eine systematische Methode zur Controle der elektrischen Eigenschaften des Kabels eingeführt", wie Siemens in seinen Lebenserinnerungen schreibt: "Es wurde am Ausgangsorte der Legung eine Uhr aufgestellt, die in bestimmten Zeitabschnitten das Kabelende selbstthätig isolirte, darauf mit der Erdleitung und endlich mit dem Telegraphenapparate verband". Das Schiff erhält daher fortwährend Messdaten, die Siemens nach von ihm entwickelten Formeln auswerten kann.

Als das Kabel in Aden anlandet, zeigen die Messungen einen Fehler. Siemens ortet ihn: "Obgleich Mr. Newall und seine Ingenieure kein rechtes Vertrauen zu meiner Bestimmung der Fehlerlage hatten, wurde das Kabel doch dicht hinter der von mir angegebenen Stelle aufgefischt und geschnitten. (…) Der Fehler lag ziemlich genau an der berechneten Stelle und wurde durch Einfügung eines kurzen Stückes neuen Kabels beseitigt."

Siemens überlässt die Überwachung der Arbeiten am zweiten Teilstück, die am 17. Januar 1860 beginnen, seinem Oberingenieur und Prokuristen William Meyer. Am 12. Februar ist das Kabel in Karachi. Doch das warme Wasser des Roten Meeres weicht das Guttapercha rasch auf; das Kabel kann nie in ganzer Länge benutzt werden, nur über einzelne Abschnitte werden Nachrichten geschickt. Schon nach einem Jahr muss es ganz aufgegeben werden.

Für die Firma Newall ist das Kabel von Suez nach Karachi ein Fehlschlag, von dem sie sich lange nicht erholt. Siemens wirft Newall vor, am Material gespart zu haben. Er schreitet weiter zu den nächsten internationalen Großprojekten, etwa der 1870 fertiggestellten Indo-Europäischen Telegrafenlinie, die über Land endlich London mit Indien verbindet, und einem Transatlantikkabel.

1866 entdeckt Werner von Siemens das dynamoelektrische Prinzip – nicht als erster, aber er entwickelt daraus leistungsfähige Generatoren und erschließt seinem Unternehmen neue Geschäftsfelder wie die Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken und die Produktion von Glühlampen. Siemens wird zum Weltkonzern.

 
Leser-Kommentare
  1. Der Artikel ist eine nette Reprise der Siemens'schen Autobiografie. Einem Satz im Artikel muss allerdings entschieden widersprochen werden.

    Er lautet:" Unterwegs hat Siemens mal eben, glaubt man seinen recht vollmundigen Memoiren ... "

    "Vollmundige Memoiren" - oGottoGott !!!
    Wer hat das Buch denn tatsächlich gelesen und nicht nur überflogen ?????!

    In der Situation, auf die sich der Satz bezieht, stand man kurz vor dem Abriss oder dem unkontrollierten Abspulen des Seekabels. Und da hat Siemens zugepackt, aber nicht "mal eben" , und er hat auch kein Substrat für eine spätere "vollmundige" Erzählung geliefert.

    Es ist der Charme der Siemens'schen Autobiografie, dass sie knochentrocken daherkommt. Da schreibt der Ingenieur und mitnichten der Literat. Und das generiert eine ganz hervorragende Leseatmosphäre. Denn Siemens hat nicht nur ständig höchst Interessantes zu berichten, er leidet auch unter eigenen Fehlern und ist ziemlich uneitel, wenngleich natürlich auch ihm nicht entgangen ist, dass er zu den Topleuten der Branche aufgestiegen war. Die Biografie schrieb er übrigens nicht so sehr aus Berichtensdrang, sondern der Befürchtung, dass andernfalls andere über seine vita schrieben - und dem wollte er scribendo einen Riegel vorschieben.

    Siemens ist sich selbstverständlich seines Status bewusst und vergibt auch an Geschwister und Mitarbeiter "Schulnoten", aber er bleibt stets auf dem Teppich und ist an keiner Stelle überheblich oder gar "vollmundig".

    • orgel
    • 06.02.2010 um 18:13 Uhr

    "Die Isolierung hält dem Wasserdruck nicht stand."
    Jungs, gebt euch mal ein bisschen mehr Mühe bitte. Den Rest des Artikels hab ich jetzt gar nicht mehr gelesen -Zeitverschwendung.

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