50 Jahre Seti Die Suche nach Aliens geht weiter
Bereits ein ganzes Forscherleben warten Astronomen auf ein Lebenszeichen außerirdischer Intelligenz. Christoph Drösser hat die Alien-Forscher auf dem Wissenschaftskonferenz AAAS in San Diego besucht.

Trotz des ausbleibenden Erfolgs suchen die Seti-Forscher weiter. Seti steht für "search for extra-terrestrial intelligence" - Suche nach außerirdischer Intelligenz
Sind wir alleine im All? Die Frage fasziniert Wissenschaftler wie Laien seit Jahrhunderten. Aber erst seit 50 Jahren wird konkret nach Zeichen außerirdischen Lebens gesucht. Im Jahr 1960 horchte der Astronom Frank Drake von der amerikanischen Cornell University zwei Monate lang mit einem Radioteleskop den Himmel ab – ohne auf "intelligente" Signale zu stoßen. 2000 US-Dollar kostete seine Aktion damals. Inzwischen sind viele Millionen dafür verwendet worden, aber das Ergebnis ist immer dasselbe: nichts.
Dafür, dass sie ein ganzes Forscherleben in ein bislang fruchtloses Unterfangen investiert haben, sind die Seti-Wissenschaftler (Seti steht für "search for extra-terrestrial intelligence" also die "Suche nach außerirdischer Intelligenz") erstaunlich gut gelaunt. Am Sonntag trafen sie sich auf der Jahresversammlung der amerikanischen Wissenschaftsorganisation AAAS in San Diego, und ihre Stimmung war alles andere als resignativ. Im Gegenteil, mit einer gehörigen Portion Selbstironie, aber ungebrochenem Optimismus berichteten die Forscher vom Stand ihrer Arbeit – wissend, dass der Empfang eines außerirdischen Funksignals wohl die bedeutendste Entdeckung des Jahrhunderts, wenn nicht sogar der Menschheitsgeschichte sein würde.
Der heute 79-jährige Drake war nicht nur der erste Seti-Forscher, er hat auch eine berühmte Formel aufgestellt, mit der man die Wahrscheinlichkeit für die Existenz intelligenten Lebens im All berechnen kann. Viele Faktoren enthält die Gleichung, und alle sind naturgemäß schwer abzuschätzen: Wie groß ist der Prozentsatz der Sterne, die von einem bewohnbaren Planeten umkreist werden? Mit welcher Wahrscheinlichkeit entwickelt sich dort Leben? Führt die Evolution zwangsläufig zur Herausbildung von Arten, die wir als intelligent bezeichnen würden? Und hätten die ein Interesse, mit anderen Zivilisationen in Kontakt zu treten, oder wären sie sich selbst genug?
Wenn man davon ausgeht, dass die Aliens überhaupt die Funktechnik entwickelt haben (wir selbst verfügen ja erst seit 100 Jahren darüber), so der Gedanke hinter Seti, dann müsste es möglich sein, sowohl gezielt gesendete Signale aus diesen Welten zu empfangen als auch "Leckstrahlung" des örtlichen Rundfunks, die ins Weltall dringt. Diese Überlegung lag Anfang der sechziger Jahre nahe, als irdische Radio- und Fernsehsender mit gewaltiger Sendeleistung ihre Programme verbreiteten.
Die Bugwelle der Lassie- und Bonanza-Serien hat schon etwa 2000 Sterne in unserer astronomischen Nachbarschaft erreicht. Mittlerweile ist die Erde allerdings erheblich ruhiger geworden. Die Digitaltechnik, erzählt Drake fast bedauernd, braucht viel weniger Sendeleistung, selbst Fernsehsatelliten kommen mit wenigen Watt aus, die sie zudem fast ausschließlich in Richtung Erde senden. In ein paar Jahren wird die Erde vom All aus kaum noch als bewohnter Planet zu erkennen sein.
Das ist ein Grund dafür, warum die Seti-Gemeinde nicht mehr nur im Radiospektrum nach intelligenten Signalen sucht. Der andere: Die menschliche Technik hat sich seit der Entwicklung des Lasers, der in diesem Jahr ebenfalls seinen 50. Geburtstag feiert, weiterentwickelt. So ist es inzwischen möglich, extrem kurze, aber sehr lichtstarke Laser-Pulse zu erzeugen, die – vom All aus gesehen – heller sind als die Sonne. Würden die Außerirdischen uns solche Blitze als Zeichen ihrer Existenz senden? Der Astronom Paul Horowitz hat zwei Teleskope in Harvard und Princeton "zusammengeschaltet", die solche Blitze aufspüren sollen.
Wie wenige andere Forschungsrichtungen hat Seti es geschafft, Laien zu begeistern und in die Suche einzubeziehen. Die können zum Beispiel beim Projekt Seti@home einen Bildschirmschoner herunterladen, der immer dann, wenn der PC nicht benutzt wird, in den Datenmassen der teilweise auf 250 Millionen Kanälen gleichzeitig ins All horchenden Radioantennen nach verdächtigen Signalen sucht. Seti@home ist damit der größte Supercomputer der Welt. Ambitioniertere Laien können ein Mitglied in der Seti League werden – Voraussetzung dafür ist allerdings eine eigene Radioantenne mit selbst gebasteltem Empfangsteil. Nur 144 statt der erhofften 5000 Amateurforscher haben das auf sich genommen, klagt Paul Shuch, ehemaliger Direktor der Seti League. Shuch hofft auf einen massenwirksamen Nachfolger des Films Contact mit Jodie Foster, der 1997 der Seti-Gemeinde viele neue Mitglieder brachte.
Trotz des ausbleibenden Erfolgs geben die Seti-Forscher ihre Hoffnung nicht auf. Es gebe ja auch durchaus andere Bereiche der Wissenschaft, deren Suche noch kein Erfolg beschert worden sei, sagt Jill Tarter vom kalifornischen Seti Institute, etwa die Suche nach Gravitationswellen. Man brauche eben einen langen Atem – und den haben im Moment nur private Sponsoren wie die Silicon-Valley-Veteranen Paul Allen und Gordon Moore. Die Nasa hat sich aus der Himmelssuche längst zurückgezogen.
Das ist, wie wenn man ein Glas Wasser aus einem See schöpft und daraus schließt, dass es in dem See keine Fische gibt
Jill Tarter, Alien-Forscher am Seti Institute
Das Argument der Seti-Forscher: Auch wenn wir seit 50 Jahren in den Himmel horchen, haben wir nur die Oberfläche des Problems angekratzt. "Ein Trillionstel" des theoretisch möglichen elektromagnetischen Spektrums habe man bisher abgedeckt, sagt Dan Werthimer von der University of California in Berkeley. Jill Tarter vom Seti Institute zieht einen bildhaften Vergleich: "Das ist, wie wenn man ein Glas Wasser aus einem See schöpft und daraus schließt, dass es in dem See keine Fische gibt."
Man muss also noch eine ganze Weile weiter schöpfen. Wie lange? Die Prognosen der Astronomen, die am Sonntag in San Diego versammelt waren, schwanken zwischen 10 und 250 Jahren bis zum ersehnten "ersten Kontakt". Vielleicht sind die Fische aber auch viel zu schlau, sich fangen zu lassen.
- Datum 22.02.2010 - 15:14 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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und uns ganz klein machen. Überall in unserer Welt gilt "Fressen und gefressen werden", die Gier nach Bodenschätzen mit der Folge von Kriegen und Mord und Totschlag. Davor macht der Homo Sapiens nichteinmal vor den eigenen Verwandten halt.
Weshalb sollten die Aliens da besser sein, als wir, die wir nach dem Ebenbild Gottes gebaut sind?
Nein, wir sollten uns ducken und klein machen, um nicht gesehen zu werden.
Wahrscheinlich stehen wir bei den Zivilisationen dieser Galaxis einfach auf der Liste "Nicht reif zur Kontaktaufnahme". Und zu Recht.
Mal im Ernst: Allein die Abstände zwischen den Sternen sprechen zwar nicht gegen Kontaktaufnahme, aber sehr wohl gegen jede Art von "Aufgefressenwerden". Jede Zivilisation, die es sich leisten könnte, solche Entfernungen physikalisch zu überbrücken, hätte es nicht nötig, sich mit den paar Krumen abzugeben, die sie hier oder sonstwo finden können.
Naja, wir sind einfach nur großspurige Affen, die noch nicht einmal in der Lage sind, auf ihrem eigenen Planeten dafür zu sorgen, dass ihre Mitaffen nicht verhungern und sich nicht gegenseitig abschlachten. Was will man da erwarten?
Wahrscheinlich stehen wir bei den Zivilisationen dieser Galaxis einfach auf der Liste "Nicht reif zur Kontaktaufnahme". Und zu Recht.
Mal im Ernst: Allein die Abstände zwischen den Sternen sprechen zwar nicht gegen Kontaktaufnahme, aber sehr wohl gegen jede Art von "Aufgefressenwerden". Jede Zivilisation, die es sich leisten könnte, solche Entfernungen physikalisch zu überbrücken, hätte es nicht nötig, sich mit den paar Krumen abzugeben, die sie hier oder sonstwo finden können.
Naja, wir sind einfach nur großspurige Affen, die noch nicht einmal in der Lage sind, auf ihrem eigenen Planeten dafür zu sorgen, dass ihre Mitaffen nicht verhungern und sich nicht gegenseitig abschlachten. Was will man da erwarten?
Wahrscheinlich stehen wir bei den Zivilisationen dieser Galaxis einfach auf der Liste "Nicht reif zur Kontaktaufnahme". Und zu Recht.
Mal im Ernst: Allein die Abstände zwischen den Sternen sprechen zwar nicht gegen Kontaktaufnahme, aber sehr wohl gegen jede Art von "Aufgefressenwerden". Jede Zivilisation, die es sich leisten könnte, solche Entfernungen physikalisch zu überbrücken, hätte es nicht nötig, sich mit den paar Krumen abzugeben, die sie hier oder sonstwo finden können.
Naja, wir sind einfach nur großspurige Affen, die noch nicht einmal in der Lage sind, auf ihrem eigenen Planeten dafür zu sorgen, dass ihre Mitaffen nicht verhungern und sich nicht gegenseitig abschlachten. Was will man da erwarten?
Ich persönlich glaube an intelligente Wesen im All, genauso wie ich an Gott glaube. Wir wissen einfach, dass wir nichts wissen. Ok dies wissen leider aber wiederum nur die wenigen.
Aber, dass Aliens mal die Erde besucht haben?! Naja vielleicht. Aber so oft, wie einige "Alienforscher" und Verschwörungstheoretiker meinen, bleibt zu bezweifeln.
Ich meine, wenn man nicht daran glaubt, dass wir die erwählten Kinder Gottes sind, erschaffen nach seinem Ebenbild, wie kann man dann ausschließen, dass es auf einem der unzähligen existierenden Planeten im Universum nicht auch ähnliche Entwicklungen zu Leben und Intelligenz und Zivilisation gegeben haben kann?
Ja, ich denke auch, dass das so viele unwahrscheinliche Zufälle voraussetzt, dass Leben und *technische* Intelligenz eher selten sein dürften. Aber was heißt schon "selten" bei der Größe des Universums? Das hat nichts mit "Glauben" zu tun, das ist einfach Vernunft. Nicht nach absichtlichen oder zufälligen Signalen anderer Lebensformen zu suchen, wäre wissenschaftliche Borniertheit.
Ich meine, wenn man nicht daran glaubt, dass wir die erwählten Kinder Gottes sind, erschaffen nach seinem Ebenbild, wie kann man dann ausschließen, dass es auf einem der unzähligen existierenden Planeten im Universum nicht auch ähnliche Entwicklungen zu Leben und Intelligenz und Zivilisation gegeben haben kann?
Ja, ich denke auch, dass das so viele unwahrscheinliche Zufälle voraussetzt, dass Leben und *technische* Intelligenz eher selten sein dürften. Aber was heißt schon "selten" bei der Größe des Universums? Das hat nichts mit "Glauben" zu tun, das ist einfach Vernunft. Nicht nach absichtlichen oder zufälligen Signalen anderer Lebensformen zu suchen, wäre wissenschaftliche Borniertheit.
Ich meine, wenn man nicht daran glaubt, dass wir die erwählten Kinder Gottes sind, erschaffen nach seinem Ebenbild, wie kann man dann ausschließen, dass es auf einem der unzähligen existierenden Planeten im Universum nicht auch ähnliche Entwicklungen zu Leben und Intelligenz und Zivilisation gegeben haben kann?
Ja, ich denke auch, dass das so viele unwahrscheinliche Zufälle voraussetzt, dass Leben und *technische* Intelligenz eher selten sein dürften. Aber was heißt schon "selten" bei der Größe des Universums? Das hat nichts mit "Glauben" zu tun, das ist einfach Vernunft. Nicht nach absichtlichen oder zufälligen Signalen anderer Lebensformen zu suchen, wäre wissenschaftliche Borniertheit.
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