Wissenschaftler bei der ArbeitGiganten der Steinzeit

Vor 5500 Jahren begann der Mensch, Monumente aus Stein zu errichten. In der Videoreihe "Giganten der Steinzeit" zeigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Archäologen bei ihren Grabungen in Norddeutschland. von 

Der Steinkreis Stonehenge in der Nähe von Amesbury im englischen Wiltshire ist seit jeher eine Projektionsfläche für Sagen und Mythen. Wie konnten unsere Vorfahren aus der Jungsteinzeit vor mehr als 5000 Jahren die tonnenschweren Riesensteine bewegen? Wozu diente ihre Anordnung – war Stonehenge ein Platz für spirituelle Riten oder dienten die Steine als überdimensionale Sonnenuhr wissenschaftlichen Zwecken?

Die etwa 3000 Jahre alte Steinanordnung von Stonehenge wurde im Jahr 1986 von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Was viele nicht wissen: Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Steinmonumente, so genannte Megalithengräber. Und diese Relikte vergangener Kulturen sind bedroht. Bei einer Zählung im 19. Jahrhundert kam man auf 229 Exemplare, heute seien davon nur noch etwa zehn Prozent übrig, schätzt der Archäologe Johannes Müller. "Durch die industrielle Landwirtschaft oder industrielle Bauvorhaben wie den Nord-Ostsee-Kanal sind viele Megalithengräber zerstört und ausgebeutet worden, um die Steine zu benutzen", sagt der Direktor des Ur- und Frühgeschichtlichen Instituts an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

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Gemeinsam mit Friedrich Lüth von der Römisch-Germanischen-Komission in Frankfurt hat Müller ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ins Leben gerufen, damit auch in Norddeutschland möglichst viele Megalithgräber erfasst und erforscht werden können. "Wir haben festgestellt, dass der Forschungstand zwischen Skandinavien auf der einen Seite und Mittel- und Süddeutschland auf der anderen Seite relativ gut ist", erklärt Lüth. Die Lücke dazwischen sollen jetzt 15 Arbeitsgruppen schließen.

Bodenproben aus der Nähe der Steingräber verraten, wie unsere Ahnen gelebt haben. Darin finden sich Reste von Pflanzen und Samen, von denen sich die Steinzeitmenschen ernährt haben können. "Mit der Untersuchung von Früchten und Samen schauen wir unserem Vorfahren genau auf den Teller. Wir schauen, was er gegessen hat, wie er gewirtschaftet hat, und welche Anbauweise er betrieben hat",  erklärt Wiebke Kirleis von der Uni Kiel.

Leserkommentare
  1. Lüth, der Name sagt mir was, ach ja, waren da nicht die 7000 Jahre alten Steinzeitboote, die unter seinem Vorsitz verottet sind?

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    aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, um solch wichtige Artefakte adäquat zu konservieren

  2. aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, um solch wichtige Artefakte adäquat zu konservieren

    Antwort auf "Steinzeitboote?"

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