Die Kommunisten haben die Stasi fest in ihrer Hand
Deshalb baut das Neue Deutschland mit Reißern über angebliche Sabotageakte in den Volkseigenen Betrieben vor: Die im Westen, wird suggeriert, sind neidisch auf den wirtschaftlichen Aufschwung der sozialistischen Schwestern und Brüder; die Saboteure sind Ziel der Schutz-Behörde – nicht brave DDR-Bürger.
Um jede öffentliche Debatte zu vermeiden, bleibt zunächst auch geheim, wer das neue Ministerium leiten soll. Offiziell fällt die Entscheidung erst eine Woche später: Minister wird der frühere Innenminister von Sachsen und jetzige Chef der Hauptverwaltung Ausbildung, Wilhelm Zaisser; Erich Mielke, Chef der im MfS aufgehenden Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft, wird Staatssekretär.
Damit stehen zwei Altkommunisten an der Spitze der Spitzel – bisher hat das Regime meist den Schein gewahrt und KP-Leute, Sozialdemokraten und Vertreter der Blockparteien einigermaßen ausgewogen berufen. Jetzt aber sind die Kommunisten sich ihrer Sache sicher. Die Berufung Zaissers und Mielkes unterzeichnet auch nicht der Ministerpräsident und frühere Sozialdemokrat Otto Grotewohl, sondern sein Stellvertreter, der KP-Mann Walter Ulbricht. Mielke ist sein Mann, Zaisser der verlängerte Arm Moskaus.
Das MfS wächst rasch, von rund 2700 hauptamtlichen Mitarbeitern bei der Gründung auf rund 13000 im Jahr 1953. Sie alle können den Volksaufstand am 17. Juni 1953 nicht verhindern. Zur Strafe wird das MfS zum "Staatssekretariat für Staatssicherheit" (SfS) degradiert und dem Innenministerium unterstellt; Minister Zaisser wird aus dem Zentralkomitee der SED und ein Jahr später aus der Partei ausgeschlossen. Leiter des SfS wird Ernst Wollweber. Erst im November 1955 wird das SfS wieder MfS.
Erich Mielke, den Ulbricht 1957 an Wollwebers Stelle setzt, entwickelt das MfS zum effizienten Überwachungs- und Unterdrückungsapparat. Die Stasi, "Schild und Schwert der Partei", spitzelt, entführt, mordet, tut alles, um "Republikflucht" zu verhindern. Sie hält den Deckel auf dem Kochtopf DDR, verstopft der Kritik jedes Ventil. Als der Druck zu groß wird, platzen die Schweißnähte des Eisernen Vorhangs in Ungarn und der Tschechoslowakei, dann quillt der Unmut auf die Straßen: Die Bürger der DDR erstreiten die Wende.
Erich Mielke tritt mit dem Rest des Ministerrats am 7. November 1989 zurück. Vor der Volkskammer stammelt der Greis: "Wir haben, Genossen, liebe Abgeordnete, einen außerordentlich hohen Kontakt mit allen werktätigen Menschen (…)! Ich liebe, ich liebe doch alle, alle Menschen!"
Da beschäftigt die Stasi 91.000 feste Mitarbeiter und bis zu 180.000 freiberufliche Spitzel, sogenannte Inoffizielle Mitarbeiter (IM). Kontakt zu den Werktätigen? Das kann man so sagen. Menschenliebe? Weniger.
- Datum 05.02.2010 - 18:17 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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die Linke hat zwar viele gute Ideen in ihrem Parteiprogramm, doch solange sie sich nicht von den Greueltaten der Stasi distanziert, bleibt sie für mich unwählbar und taugt auch nicht zu Koalitionen. (das verschwundene Parteivermögen der SED ist der zweite Grund).
bauten die doch einfach einen Geheimdienst (SPON-Sprech Geheimpolizei) auf. Wer loggt jetzt gerade meinen Beitrag? U.a. BND, Staatsschutz, NSA, KGB
wie in Kommentar 4 schon richtig angedeutet, ist die Arbeit/der Einfluss der Stasi in ihrer Ausprägung keinen falls gleichzusetzen mit BND, Verfassungsschutz
So betreibt der BND weder eine systematische Verfolgung von Systemkritikern, sperrt diese nicht in Geheimgefängnisse (Hohenschönhause - Berlin) und betreibt keine systematische Bespitzelung jedes Bürgers! Eine Differenzierung bei aller Kritik an Geheimdiensten ist hier angebracht!!
wie in Kommentar 4 schon richtig angedeutet, ist die Arbeit/der Einfluss der Stasi in ihrer Ausprägung keinen falls gleichzusetzen mit BND, Verfassungsschutz
So betreibt der BND weder eine systematische Verfolgung von Systemkritikern, sperrt diese nicht in Geheimgefängnisse (Hohenschönhause - Berlin) und betreibt keine systematische Bespitzelung jedes Bürgers! Eine Differenzierung bei aller Kritik an Geheimdiensten ist hier angebracht!!
"Am 8. Februar 1950 beschließt die provisorische Volkskammer der DDR die Gründung der Stasi – ungewöhnlich diskret für die sonst so propagandafreudige junge Republik."
Wenn ich nicht irre, war die STASI ein Geheimdienst und kein Amt für Öffentlichkeitsarbeit.
Also bitte, kommtpost1, wir sind doch nicht bei Spiegel Online hier! Da sind wir empfindlich! :-)
Sie wehren sich offenbar gegen etwas wehren, was ich nicht behauptet habe: Die Gründung eines/einer Inlandsgeheimdienstes / Geheimpolizei/ Staatssicherheit ist nicht "böse". In der Tat wurde der westdeutsche Verfassungsschutz noch im selben Jahr, im September, gegründet - und zwar nur zum Teil als Reaktion auf die Stasi; die Alliierten hatten schon 1949 eine derartige "Agency" angeregt. Ich schätze, Sie werden im September an dieser Stelle mehr darüber lesen.
Allerdings scheint mir der Einfluss des Verfassungsschutzes (geschweige denn des von Ihnen genannten weißrussischen Geheimdienstes KGB - der in Russland heißt mittlerweile FSB) auf die (west)deutsche Gesellschaft ungleich geringer auszufallen als der der Stasi im Osten.
danke für Ihre Antwort.
mit Ihrem letzten Absatz haben Sie recht. Und für die vier falschen (und für Sie nicht auszusprechenden) Buchstaben- Entschuldigung
danke für Ihre Antwort.
mit Ihrem letzten Absatz haben Sie recht. Und für die vier falschen (und für Sie nicht auszusprechenden) Buchstaben- Entschuldigung
danke für Ihre Antwort.
mit Ihrem letzten Absatz haben Sie recht. Und für die vier falschen (und für Sie nicht auszusprechenden) Buchstaben- Entschuldigung
Ich verstehe den Bezug zwischen Gestapo und Stasi nicht ganz.
Als die Stasi 1950 gegründet wurde, waren die "fähigsten" Gestapoleute doch längst zusammen mit ihren Kollegen von SD und Abwehr bei der Organisation Gehlen, dem späteren BND, untergekommen.
Für den Osten blieb dann nur noch, wie so oft, die zweite Wahl übrig.
Nach meinen Inforationen beziehen diese ehrenwerten Mitarbeiter noch eine vom höchsten deutschen Gericht bestätigte Zusatzrente, ganz in der Tradition im Umgang mit den "Personal-Resten" des tausendjährigen Reiches.
wie in Kommentar 4 schon richtig angedeutet, ist die Arbeit/der Einfluss der Stasi in ihrer Ausprägung keinen falls gleichzusetzen mit BND, Verfassungsschutz
So betreibt der BND weder eine systematische Verfolgung von Systemkritikern, sperrt diese nicht in Geheimgefängnisse (Hohenschönhause - Berlin) und betreibt keine systematische Bespitzelung jedes Bürgers! Eine Differenzierung bei aller Kritik an Geheimdiensten ist hier angebracht!!
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