Erst nach einer Pleite kam der Erfolg für Birdseye

Clarence Birdseye wurde 1886 in Brooklyn, New York, geboren. Als junger Wissenschaftler ging er 1912 in die kanadischen Arktis, um das Leben der Ureinwohner zu studieren. Dort kam ihm die Idee Nahrungsmittel tief zu kühlen.Birdseye starb 1956.
Auch Birdseye kann die arktische Klimakombination aus Eis, Wind und Kälte nicht ohne Weiteres nachstellen. Er arbeitet zunächst weiter für die Regierung, tüftelt nebenbei an seinen Gefriertechniken. 1922 gründet er in New York seine eigene Firma, Birdseye Seafoods. In der Nähe des Fulton Fish Market friert er Fischfilets bei minus 43 Grad Celsius ein, taut sie wieder auf – und ist jedes Mal enttäuscht.
1924 geht seine erste Firma Pleite. Im selben Jahr findet er die Lösung: Zwischen zwei eisgekühlten Platten unter Druck eingefroren, behält der gefrorene Fisch seine Zellstruktur; er bleibt frisch. Aus den Platten werden zwecks Fließbandproduktion Stahlbänder. Rasch lässt Birdseye sich seinen "Double Belt Freezer" patentieren und gründet mit wohlhabenden Partnern eine zweite Firma, die General Seafood Corporation.
1929 verkauft er seine Firma und die Patente für 22 Millionen Dollar an die Banker von Goldman Sachs und die Lebensmittelfirma Postum. Er arbeitet aber weiter an seiner Technologie, experimentiert ab 1927 auch mit Fleisch, Geflügel, Obst und Gemüse. Am 6. März 1930 unternimmt er in 18 Lebensmittelmärkten in und um Springfield den ersten Feldversuch: 26 Artikel, darunter Fisch, Fleisch, Austern, Spinat, Erbsen, Beeren und filetiertes Obst kommen hervorragend bei der Kundschaft an.
Birdseye gibt bei der American Radiator Corporation Kühltruhen in Auftrag und vermietet sie günstig an Supermärkte – im Gegenzug müssen sie ihm zusagen, nur seine "Birds Eye" genannten Produkte anzubieten. Als er von 1944 an auch isolierte Kühlwagen an die Eisenbahngesellschaften vermietet, schließt sich die Kühlkette: In den ganzen USA sind tiefgekühlte Fischfilets, Obst und Gemüse nun erhältlich.
Birdseye bleibt erfinderisch. Er entwickelt auch eine Trockentechnik für Lebensmittel und meldet bis zu seinem Tod 1956 fast 300 Patente an, darunter für Infrarotheizungen, Holzmühlen und Glühbirnen. In einen Kapitän verwandelt er sich erst postum: 1967 hat der britische Schauspieler John Hewer aus Lowestoft, Suffolk, seinen ersten Auftritt als "Captain Birdseye" im Dienste der gleichnamigen Marke. 1971 will das Unternehmen den Kapitän einmotten, schaltet sogar eine Todesanzeige in der Zeitung Times – nur, um die populäre Werbefigur 1974 wieder auferstehen zu lassen.
Schon in den fünfziger Jahren übersteigt der Umsatz mit Tiefkühlprodukten in den USA die Milliarde Dollar, mehr als die Hälfte der Lebensmittelmärkte hat Kühltruhen. Bald folgen Fertigmahlzeiten für Fluglinien und für zu Hause, die sogenannten TV-Dinner. Die Folgen für die Ernährungsgewohnheiten der US-Amerikaner sind umstritten.
1957 stehen erstmals auch in deutschen Supermärkten Kühltruhen. Sie enthalten Spinat und die gerade erst in einer britischen Birdseye-Fabrik erfundenen Fischstäbchen. Und von da an übernahm Käpt'n Iglo das Ruder.
- Datum 05.03.2010 - 14:23 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Was zum Thema Salz oder die Geschichte vom weißen Gift zum weißen Gold
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sollte man wissen um Gesund zu bleiben!
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Und wo bleibt der Kommentar von Deftone, dass die armen Fischis nun schon seit fast 100 Jahren großmaßstäblich den Erfrierungstod sterben?
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