1970: Willy Brandt in Erfurt Geschichte einer deutsch-deutschen Annäherung
Vor 40 Jahren trafen sich Bundeskanzler Willy Brandt und der Vorsitzende des DDR-Ministerrates Willi Stoph in Erfurt. Ein historisches Gipfeltreffen im Kalten Krieg
© dpa/lth

Ein Porträt Willy Brandts an einem Fenster des seit 1995 geschlossenen Hotels Erfurter Hof erinnert an dessen Besuch im Jahr 1970
Es war wohl einer jener glücklichen Momente, die auch Politiker zuweilen erleben. Egon Bahr, Willy Brandts Stratege für die Ostpolitik, saß am Abend des 12. März 1970 im Moskauer Hotel Ukraina und formulierte einen Brief an seinen Kanzler. "Lieber Willy", schrieb er mit roter Tinte auf einen Hotelbriefbogen, "dieser Brief soll nur deinem Vergnügen dienen. Man hat hier Stoph 'gezwungen', das Treffen zu machen." Bahr unterstrich das Wort "gezwungen". Sein Plan war aufgegangen.
Seit Wochen hatte die Bundesregierung erfolglos mit der DDR um ein erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen der Regierungschefs gerungen. Zunächst hatten sich beide Seiten auf Ost-Berlin als Austragungsort geeinigt. Brandt hatte eingewilligt, in den Teil der ehemaligen Reichshauptstadt zu kommen, den die SED zur Hauptstadt der DDR erklärt hatte.
Doch dann hatten der DDR die Reisepläne Brandts missfallen. Der Kanzler hatte auf einer Route über West-Berlin bestanden. Ein Unding für die DDR, der Westteil Berlins sei schließlich kein Teil der Bundesrepublik. Die an sich schon heiklen Vorgespräche hatten sich im Kreis gedreht, das Gipfeltreffen war in weite Ferne gerückt.
Dann war Egon Bahr in Moskau aktiv geworden. Ihm war klar gewesen, dass die sowjetische Regierung die sich anbahnende deutsch-deutsche Annäherung scheel betrachtete. Die Sowjetunion verhandelte selber mit der Bundesrepublik, um ihr Verhältnis zum Westen zu verbessern. Ein unkontrollierter Alleingang der DDR konnte jetzt nur stören und stand für die Sowjetunion außer Frage. Überdies schien es, als würde die DDR den großen Bruder nicht immer und vor allem nicht pünktlich über ihre Kontaktversuche mit der Bundesrepublik informieren. Das hatte Bahr genutzt.
In mehreren Gesprächen mit dem sowjetischen Außenminister Andrej Gromyko hatte er freimütig über den Stand der deutsch-deutschen Dinge berichtet. Nicht, dass beide Männer Freunde geworden wären, doch gelang es dem SPD-Politiker, Vertrauen in die neue bundesdeutsche Deutschland-Politik zu wecken. Die Sowjetregierung hatte reagiert und die DDR angewiesen, bei der Frage des Verhandlungsortes für ein Gipfeltreffen nicht stur auf Ost-Berlin zu beharren.
- Datum 19.03.2010 - 13:37 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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... und des Geldes. Einmal eine Hyperinflation - Goldbindung und Deflation, die Füsse bestimmten den Staat DDR und nicht die Annäherung, als exDDR Bürger hätte ich lieber einen harten Kurs gehabt, der Brand ist eine Figur des Westens.
werden wir wohl künftig auch nicht mehr erleben.
Käme noch mal jemand mit so einem fröhlichen Halodri-Stil; er würde die ersten 100 Tage im Amt nicht überstehen.
Ich habe diese Geschichte auch letztens in einer Doku ausführlicher gesehen, es war schon einmal ein erster Schritt, obwohl es dann noch 19 Jahr bis zur Einheit gedauert hat.
Janine Meyer
[...]Anm: Bitte verzichten Sie auf das Verlinken Ihrer privaten Homepage in jedem der Kommentare. Danke. Die Redaktion/km
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