Anthropologie Neu entdeckter Hominide schließt eine Lücke der Evolution
Seite 2/2:

Während der Evolution wurde das Gehirn immer größer

Besonders interessierte die Forscher auch das Gehirn der Malapa-Menschen – denn während der Evolution wurde das Gehirn immer größer. Zwar hatte der Junge der neuen Menschenart, dessen Schädel erhalten blieb, im Vergleich zum modernen Menschen noch ein recht kleines Gehirn, doch es war überraschend weit entwickelt. Vor allem war es weiter entwickelt als das des älteren Australopithecus afarensis , der von etwa 3,9 bis 3,0 Millionen Jahren lebte. Der wohl bekannteste Fund dieser Art ist das Teilskellet Lucy, das 1974 entdeckt wurde.

Australopithecus sediba ist somit ungefähr eine Million Jahre jünger als Lucy. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass aus Lucys Spezies Australopithecus afaransis einst Au stralopithecus africanus entstand. Aus welcher wiederum Au stralopithecus sediba hervorgegangen sei, wie Berger und sein Team sagen.

Wie die beiden Hominiden zu Tode kamen weiß man nicht. Möglicherweise stürzten sie in einen unterirdischen Tümpel. Denn Spuren eines Raubtierangriffs oder von Aasfressern fanden die Forscher an den Skeletten nicht. Neben den Frühmenschen fanden Dirks und seine Kollegen auch Überreste von Säbelzahn-Katzen, Antilopen, Mäusen und Ratten sowie die einer braunen Hyäne und eines Pferdes.

Erst in der vergangenen Woche hatte ein Knochenstück aus einer Höhle im spärlich besiedelten Altai-Gebirge in Südsibirien für Aufsehen gesorgt: Denn Genanalysen des sieben Millimeter langer Knochensplitters deuten darauf hin, dass auch diese Fossilien von einer ganz neuen Menschenform stammen – vielleicht sogar ebenfalls von einer eigenen Art.

Einige Forscher halten eine Abstammung von frühen Hominiden wie Homo heidelbergensis oder Homo antecessor für denkbar. Bislang ist das allerdings Spekulation – ganz im Gegensatz zu den Funden von Berger und ihren Kollegen, die ein neues Licht auf die Entwicklung unserer Spezies, Homo sapiens, werfen.

Heute ist der Mensch die einzige lebende Art aus der Familie der Hominiden. Doch das war nicht immer so. Entgegen der Mono-Spezies-Hypothese, wonach eine ökologische Nische nur von einer Art zur gleichen Zeit besetzt sein kann, konnte mit Fossilien bereits 1975 bewiesen werden, dass einst mindestens zwei Hominiden-Arten nebeneinander existiert haben.

 
Leser-Kommentare
  1. Sein Pendant im Kaukasus ist dagegen nur uralt, aber kein Bindeglied? Wie sollen wir das verkraften? Da wir eh aus dem Wasser kommen, lesen wir lieber Dr. Fritz Kahn.

  2. Entfernt. Bitte tragen Sie mit sachlichen und konstruktiven Beiträgen zur Diskussion bei. Danke. Die Redaktion/sh

  3. .... wenn wir in diesem Tempo weitermachen, haben wir bis in 10 Millionen Jahren wahrscheinlich alle Lücken geschlossen.

  4. Während sie in der Überschrift postulieren:
    "Neu entdeckter Hominide SCHLIESST eine Lücke der Evolution"

    Steht in der Mitte des Artikels:
    "Die etwa zwei Millionen Jahre alten Fossilien KÖNNTEN somit ein Bindeglied zwischen den noch affenartigen Vormenschen und den frühen Menschen darstellen, berichten die Wissenschaftler im Magazin Science"

    Um mich an ein Zitat anzulehnen, welches oft auf unsägliche Postings folgt formuliere ich meinen Wunsch wie Folgt:

    Bitte tragen Sie mit sachlichen Titeln zum Niveau des Journalismus bei

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    jedoch muss man trotz der reisserischen ueberschrift anerkennen: irgendeine evolutionsluecke schliesst jede art (wenn aus ihr eine andere hervorgeht).

    Redaktion

    Lieber Leser,

    danke für Ihren Hinweis zum Titel. Aber hier heißt es doch gerade "schließt EINE Lücke der Evolution". Wir haben in der Wissenschaftsredaktion sehr genau darauf geachtet, eben nicht zu schreiben "Missing Link gefunden" oder "das Bindeglied zwischen Affe und Mensch".

    Die Forscher selbst sprechen in der Veröffentlichung in Science davon, dass der Fund Aufschluss über die Entwicklung auf dem Weg von affenähnlichen Vorfahren zu ersten Menschen gibt. Genau das beschreibt meines Erachtens die Überschrift.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

    jedoch muss man trotz der reisserischen ueberschrift anerkennen: irgendeine evolutionsluecke schliesst jede art (wenn aus ihr eine andere hervorgeht).

    Redaktion

    Lieber Leser,

    danke für Ihren Hinweis zum Titel. Aber hier heißt es doch gerade "schließt EINE Lücke der Evolution". Wir haben in der Wissenschaftsredaktion sehr genau darauf geachtet, eben nicht zu schreiben "Missing Link gefunden" oder "das Bindeglied zwischen Affe und Mensch".

    Die Forscher selbst sprechen in der Veröffentlichung in Science davon, dass der Fund Aufschluss über die Entwicklung auf dem Weg von affenähnlichen Vorfahren zu ersten Menschen gibt. Genau das beschreibt meines Erachtens die Überschrift.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

  5. Immer wieder werden neue sensationelle Hominidenskelettreste entdeckt. Sofort bestimmen die Wissenschaftler mühelos Art und Stellung im Stammbaum und alles schein geklärt zu sein.

    Nur etwas kann ich vor allem in Hinblick auf die geringe Anzahl vollständig erhaltener Skelette (Lucy) einfach nicht verstehen:
    1. Wie können Artbestimmungen an wenigen Fragmenten, wie Zähnen und Fingergliedern vorgenommen werden?
    2. Wie kann ausgeschlossen werden, daß die neue Art nicht nur eine a) pathologische b) altersbedingte c) geschlechtsbedingte Variante einer bereits klassifizierten Art ist?
    3. Vergleicht man die vielen verschiedenen phänotypischen Varianten innerhalb des heutigen Homo sapiens sapiens, so fragt man sich doch, wie überhaupt Hominidenarten als solche erkannt werden können.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • diona
    • 09.04.2010 um 1:32 Uhr

    Ihre Fragen 1-3 werden durch 'Genexpression' und 'm-DNA' - Untersuchungen geklärt.

    • diona
    • 09.04.2010 um 1:32 Uhr

    Ihre Fragen 1-3 werden durch 'Genexpression' und 'm-DNA' - Untersuchungen geklärt.

  6. jedoch muss man trotz der reisserischen ueberschrift anerkennen: irgendeine evolutionsluecke schliesst jede art (wenn aus ihr eine andere hervorgeht).

  7. Redaktion

    Lieber Leser,

    danke für Ihren Hinweis zum Titel. Aber hier heißt es doch gerade "schließt EINE Lücke der Evolution". Wir haben in der Wissenschaftsredaktion sehr genau darauf geachtet, eben nicht zu schreiben "Missing Link gefunden" oder "das Bindeglied zwischen Affe und Mensch".

    Die Forscher selbst sprechen in der Veröffentlichung in Science davon, dass der Fund Aufschluss über die Entwicklung auf dem Weg von affenähnlichen Vorfahren zu ersten Menschen gibt. Genau das beschreibt meines Erachtens die Überschrift.

    Herzliche Grüße aus der Wissenschaftsredaktion.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es scheint ein Hobby einiger ganz besonders Schlauer zu sein, Online-Redaktionen zu beweisen, dass sie eigentlich die besseren Journalisten sind. Nur hat`s bei der Masse eben doch nicht zu mehr als bestenfalls zur Schülerzeitung in der Realschule gereicht. Was bleibt sind ein paar erbsenzählige Kommentare, wo die Kompetenz von Journalisten und Redaktionen in Frage gestellt wird. Klassisches Totschlagargument ist dann im Zweifel immer der Vergleich mit der BILD-Zeitung. Wer was zu kritisieren hat, findet immer was. Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein. Und davon scheint es viele zu geben.

    Es scheint ein Hobby einiger ganz besonders Schlauer zu sein, Online-Redaktionen zu beweisen, dass sie eigentlich die besseren Journalisten sind. Nur hat`s bei der Masse eben doch nicht zu mehr als bestenfalls zur Schülerzeitung in der Realschule gereicht. Was bleibt sind ein paar erbsenzählige Kommentare, wo die Kompetenz von Journalisten und Redaktionen in Frage gestellt wird. Klassisches Totschlagargument ist dann im Zweifel immer der Vergleich mit der BILD-Zeitung. Wer was zu kritisieren hat, findet immer was. Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein. Und davon scheint es viele zu geben.

    • k2
    • 08.04.2010 um 23:11 Uhr

    Eine Subsektion der South African Association for the Advancement of Science, Pretoria, 1926(Jahrgang 1925 gibt es wahrscheinlich nicht (mehr)), soll 1925 in ihren Hand- oder Tagebüchern oder Rundschreiben("Circular= Omsendbrief") den "Australopithecus africanus" auf 2 Millionen Jahre alt datiert haben. Klassifizierungsprobleme habe ich keine. Siehe South African journal of science, Volume 100, 2004, South African Journal of Science, Volume 12, 2010, 634 Seiten; illius Volume 14‎, 2010, 526 Seiten; illius Volume 15‎, 702 Seiten; illius Volume 7‎, 2010, 404 Seiten. Neue Notationsweisen wurden an der Milleniumsschwelle eingeführt. dann habe ich in Science Magazine von Berger an der University of the Witwatersrand
    "Science 9 April 2010
    Vol. 328. no. 5975, pp. 195 - 204

    Australopithecus sediba: A New Species of Homo-Like Australopith from South Africa
    Lee R. Berger,1,2,* Darryl J. de Ruiter,3,1 Steven E. Churchill,4,1 Peter Schmid,5,1 Kristian J. Carlson,1,6 Paul H. G. M. Dirks,2,7 Job M. Kibii", welches vor 2 Stunden
    aufgeladen wurde, weil der alte Apacheserver ausgestiegen
    war;

    http://www.sciencemag.org...

    ferner wurde vor 2 Stunden ein InterviewAudiofile mit Lee Berger "on a newly discovered species of Australopithecus, about 1.9 million years old, and its many derived features with our own genus Homo" aufgeladen:

    http://www.sciencemag.org...

    http://www.sciencemag.org...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service