Paläontologie Afrikas älteste Ameise wurde in Bernstein konserviert

Urzeit-Fliegen, Blüten und Mikroben: Vieles, was Forscher über ausgestorbene Tiere und Pflanzen wissen, verdanken sie Einschlüssen in Bernstein. Jetzt wurden solche Fossilien erstmals auch in Afrika entdeckt.

Ein internationales Forscherteam hat erstmals in Afrika in Bernstein eingeschlossene fossile Insekten, Spinnentiere, Pflanzenreste sowie mikroskopisch kleine Pilze, Bakterien und Fadenwürmer entdeckt. Sie stammen aus den Wäldern Äthiopiens und sind etwa 95 Millionen Jahre alt.

Wie der Leiter der Afrika-Expedition Alexander Schmidt vom Göttinger Courant Forschungszentrum "Geobiologie" berichtet, gehören die Funde aus der Kreidezeit zu den frühesten Fossilbelegen Afrikas. Es wurden viele Arten, darunter die älteste bekannte Ameise Afrikas und die älteste Baldachinspinne des Kontinents gefunden, schreibt Schmidt in der Fachzeitschrift PNAS.

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Wie Bernstein entsteht

Bernstein ist über Jahrmillionen aus Baumharz entstanden, das zunächst vom Meer ausgespült wurde. Das Harz gelangte schließlich unter Sedimente aus Stein und Sand – und das entzog ihm den Rest an Flüssigkeit. Auf diese Weise wurde das zunächst klebrige, zähflüssige Harz hart wie Stein. Einschlüsse konnten darin – wasser- und luftdicht – Jahrmillionen überdauern.

Konserviert für die Ewigkeit

Der Bernstein, den Wissenschaftler heute auf Fossilien untersuchen, kann älter als 250 Millionen Jahre sein. Insekten, Pflanzenteile oder Pilzsporen blieben damals – als das Harz noch als zähflüssige Masse aus einem Baum rann – daran kleben. Einige wurden komplett eingeschlossen und verendeten.

Da weder Sauerstoff noch Wasser die organischen Materialien verrotten ließ, sind sie in dem erhärteten Bernstein bis heute erhalten. Einige ausgestorbene Arten kennt man nur dank dieser Bernstein-Fossilien. Denn Versteinerungen oder Knochenreste gibt es von so winzigen Lebewesen nicht.

Die größten Bernsteinvorkommen gibt es in Nordamerika und Eurasien. Von dort stammen auch die meisten Einschlüsse (Inklusen), die Paläontologen bis heute untersucht haben. Auf den südlichen Kontinenten wurde bisher nur selten Bernstein gefunden.

Die 62 Bernsteinstücke, die das Team von 20 Wissenschaftlern aus Deutschland, Frankreich, Österreich, Äthiopien, Italien, Großbritannien und den USA untersucht hat, stammen vom Nordwestplateau Äthiopiens. Die Forscher analysierten das Baumharz und seine Einschlüsse sowie die geologischen Rahmenbedingungen, um das damalige Ökosystem zu rekonstruieren und zu datieren.

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