Köhlers Vorgänger Sänger, Wanderer und Bibelleser
Horst Köhler war der neunte Bundespräsident Deutschlands. Seine Vorgänger sangen Volkslieder, lasen in der Bibel oder leisteten sich verbale Fehltritte. Ein Überblick.
Theodor Heuss (1949-1959)
Der erste Bundespräsident der jungen Bundesrepublik, Theodor Heuss, war so populär, dass manche ihn auch "Papa Heuss" nannten. Weil viele fanden, dass er das Amt besonders würdig und damit ideal ausfüllte, wünschten sich einige, dass er sich ein drittes Mal zur Wahl stellen würde, was eine Änderung des Grundgesetzes notwendig gemacht hätte. Genau diesen Präzedenzfall wollte er in der noch jungen Bundesrepublik nicht schaffen.
Theodor Heuss war 1884 in Brackenheim als Sohn eines Ingenieurs geboren worden. Von 1902 bis 1905 studierte er Nationalökonomie und arbeitete als Publizist und Dozent. Seine politische Karriere begann er als Stadtverordneter der Deutschen Demokratischen Partei in der Schöneberger Bezirksversammlung 1920. Vier Jahre später wurde er als Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Heuss war ein früher Kritiker Hitlers, stimmte aber dennoch 1933 für dessen Ermächtigungsgesetz. Im Dritten Reich konnte Heuss nur eingeschränkt publizieren und schrieb mehrere Biografien.
Im Herbst 1945 wurde Heuss zum "Kultminister" in Baden-Württemberg berufen. Er war maßgeblich an der Gründung der FDP beteiligt; im Dezember 1948 wurde er zum Parteivorsitzenden gewählt. Nur wenige Wochen gehörte Heuss dem ersten Deutschen Bundestag an, schon am 12. September 1949 wurde er zum Bundespräsidenten gewählt.
Er scheiterte mit dem Versuch, eine neue Nationalhymne einzuführen und erklärte deshalb 1952 die dritte Strophe des Deutschlandlieds zur Nationalhymne der Bundesrepublik, bleibend sind auch die von ihm geschaffenen Auszeichnungen wie der Verdienstorden. Mit zahlreichen Auslandsreisen in seiner zweiten Amtszeit verhalf er der Bundesrepublik zu größerer internationaler Anerkennung.
Heuss starb am 12. Dezember 1963
- Datum 01.06.2010 - 09:33 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren