Köhlers VorgängerSänger, Wanderer und Bibelleser
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Roman Herzog (1994-1999)

Roman Herzog (1994-1999)

Es ist die "Ruck-Rede", mit der Roman Herzog am stärksten in Erinnerung geblieben ist: am 26. April 1997 forderte er, es müsse endlich "durch Deutschland (...) ein Ruck gehen", um das verbreitete Gefühl der Lähmung und Stagnation zu überwinden. Ein paar Monate später verlangte er in einer bildungspolitischen Grundsatzrede einen neuen Konsens über Bildungsziele.

Am 5. April 1934 in Landshut als Sohn eines Archivars geboren, studierte er in den fünfziger Jahre Jura in München und verfolgte anschließend eine wissenschaftliche Karriere. Der CSU trat er erst 1970 bei, ging dann aber kurze Zeit später in die Politik. 1978 wurde er Kultusminister in Baden-Württemberg und legte 1980 freiwillig und anonym die Latein-Abiturprüfung ab: mit glänzendem Ergebnis. Kurze Zeit später übernahm er das Innenressort. Drei Jahre später wechselte er an das Bundesverfassungsgericht.

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Sein Name für das Bundespräsidentenamt wurde bei der Kandidatensuche relativ früh genannt, allerdings musste zunächst der CDU-Kandidat Steffen Heitmann verzichten. Anerkennung erntete Herzog bei seiner Polenreise kurz nach Amtsantritt: In seiner Rede bat er um Vergebung und förderte damit die deutsch-polnische Versöhnung. Außenpolitisch forderte er zudem eine neue weltpolitische Rolle Deutschlands und engagierte sich für die europäische Währungsunion. Herzog bemühte sich zudem um die Aufarbeitung der DDR-Diktatur sprach sich gegen eine generelle Amnestie aus. Auf eine zweite Amtszeit verzichtete er schon früh.

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