Jacques-Yves Cousteau Der Mann im Meer
Dass Ozeane mehr sind als Verkehrsweg und Nahrungsquelle, lehrte uns vor allem einer: Umweltschützer und Filmemacher Jacques-Yves Cousteau, vor 100 Jahren in Frankreich geboren.
© OFF/AFP/Getty Images

Diese Unterwasseraufnahme von 1963 zeigt Jacques-Yves Cousteau neben seinem Tauchboot "Denise"
Das Öl im Golf von Mexiko muss Jacques-Yves Cousteau nicht mehr erleben. Aber der Meeresforscher und -schützer würde sich wohl im Grab umdrehen, wenn er seinen Enkel hören könnte: Philippe Cousteau Jr. bezeichnet als "absoluten Albtraum", was er beim Tauchen sah. In seinem Internet-Blog schreibt Cousteau : "Würden mein Vater und mein Großvater noch leben, (…) sie wären ebenso schockiert gewesen wie ich."
Der Großvater: Jacques-Yves Cousteau, am 11. Juni 1910 in Saint-André-de-Cubzac bei Bordeaux geboren, Marineoffizier, Forscher, Umweltschützer, Filmemacher, Erfinder, Fotograf und Schriftsteller. Er hat wohl mehr für den Schutz der Weltmeere getan als die Organisationen Greenpeace , WWF und Sea Shepherd zusammen – und sein Publikum dabei immer gut unterhalten.
Beinahe wäre der Anwaltssohn nach der Marineschule in Brest, die er von 1930 bis 1933 besucht, Marineflieger geworden, doch ein Autounfall kommt ihm dazwischen. Er dient als Kanonier auf dem Zerstörer Condorcet . Einer der Offiziere des Schiffs ist Philippe Tailliez, ein Pionier des Sporttauchens. Er leiht Cousteau eine Unterwasserbrille und startet so dessen Taucherlaufbahn.
Zunächst erklimmt Cousteau jedoch die militärische Karriereleiter. Die Aufklärungsabteilung der Marine schickt ihn als Agenten auf Missionen nach Schanghai, Japan und in die Sowjetunion. Nach dem deutschen Sieg gegen Frankreich 1940 unterstützt Cousteau die Résistance. Er verdient sich mehrere Orden und bringt es bis zum Korvettenkapitän. Den Beinamen le commandant , in der englischsprachigen Welt captain , behält er auch nach seinem Ausscheiden aus der Marine.
- Cousteaus Konkurrent
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Einer war schneller als Cousteau: Der österreichische Taucher Hans Hass, Jahrgang 1919, drehte schon 1939 seinen ersten Unterwasserfilm. Er war Anwaltssohn wie Cousteau, hatte aber wohlhabende Eltern und musste aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Militär.
Er widmete sich, von einer kurzen Episode als Jura-Student abgesehen, von Anfang an dem Tauchen, der Unterwasserjagd und der Biologie. Auch einen Lungenautomaten entwickelte er schon vor Cousteau. Den französischen Kollegen mochte Hass nicht: Er sei ihm zu arrogant, sagte er einmal. Hass lebt in Wien.
1942 dreht Cousteau bei der Insel Embiez nahe Toulon am Mittelmeer seinen ersten Unterwasserfilm, In 18 Metern Tiefe . Mit dabei sind Philippe Tailliez und Frédéric Dumas – die drei "Mousquemers" (Musketiere des Meeres). Für den nächsten Film, Wracks , benutzen sie 1943 das erste moderne Sauerstoffflaschen-Atemgerät, das Cousteau sich hat bauen lassen. Er nennt es "Aqualung".
Mit ihren Filmen beeindrucken Cousteau und Tailliez die Admiralität, die sie mit dem Aufbau einer Kampftauchergruppe beauftragt. Zwischen den Einsätzen unternehmen Cousteau, Tailliez und Dumas Expeditionen im Mittelmeer, erforschen antike Wracks und helfen einem anderen großen Unterwasserforscher: Jacques Piccard hat Probleme mit seinem Tieftauchschiff .
- Datum 11.06.2010 - 07:13 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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hat uns Cousteau beschert, er ist bezüglich der Wichtigkeit des Meeres für die menschliche Entwicklung und Artenvielofalt der Erde genauso wichtig wie der Berliner Wissenschaftler Dr. Kahn in den 20er-Jahren, der nachweisen konnte, wie wir uns aus Meerestieren entwickelten. Und was passiert mit dem Meer,: Es wird missachtet, überfischt, verschmutzt, man denke nur an das Deepwater Unglück.
Danke schoen fuer diesen Artikel und den Nachruf auf den wichtigsten Meeresforscher aller Zeiten.
In der Tat sind die Meere nicht nur Verkehrsweg und Nahrungsquelle - sie sind leider auch eine Muellkippe der Menschheit, und damit Spiegelbild des menschlichen Makels.
Die BP-Katastrophe wird uns noch laenger begleiten als uns lieb sein kann...
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