Jacques-Yves Cousteau Der Mann im Meer
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Cousteaus Kinder und Enkel setzten sich für den Schutz der Meere in

1950 überlässt der irische Bierbrauer Thomas Loel Guinness Cousteau ein ehemaliges Minensuchboot für einen symbolischen Franc Miete im Jahr. Der Captain baut die Calypso für seine Zwecke um. Mit an Bord bei der ersten Reise ist der noch unbekannte Regisseur Louis Malle, mit dem Cousteau sich bei seinem bekanntesten Film Die schweigende Welt die Regie teilt – und 1956 die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes. Bald darauf kommt Malle als Spielfilmregisseur zu Weltruhm.

Die Calypso

Die Calypso war das Forschungsschiff, mit dem Jacques-Yves Cousteau die Meere erkundete. Sie hieß nach ihrem Stapellauf 1942 offiziell BYMS-26 und war ein Minensucher der US-Navy. Nach dem Zweiten Weltkrieg fuhr sie als Fähre zwischen Malta und der Nachbarinsel Gozo, nun Calypso genannt nach der Nymphe, die laut Homer auf Gozo gelebt haben soll.

Cousteaus Schiff

1950 kauft der Bierbrauer Guinness das Schiff und stellt es dem Forscher Jacques Cousteau zur Verfügung. 1996 rammt eine Barkasse im Hafen von Singapur die Calypso, sie sinkt. Sie wird gehoben und nach La Rochelle geschleppt. Einen Rechtsstreit gegen die Guinness-Erben gewinnt die Cousteau-Gesellschaft; derzeit sammelt sie Geld für die Restaurierung des Schiffes.

Aber auch Cousteau bleibt nicht unbekannt. Denn seine Filme zeigen nicht nur bunte Fische, exotische Seeanemonen und skurrile Korallen. Sie zeigen auch Cousteau: ein sympathisches Raubein, das, meist mit roter Pudelmütze auf dem kantigen Haupt, sein Team im Griff hat. Einen strengen Kommandanten, der aufmüpfigen Tauchern schon mal den Hummer zum Abendbrot streicht. Einen Aufklärer, der in der Eingangssequenz zu Die schweigende Welt mit Unterwasserfackeln seine Mannen in die Tiefe führt, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Der Umweltschützer und Regisseur wird zum Star, weil er Wissen so vermittelt, dass es Spaß macht. In einem halben Dutzend Kinofilme, mehr als 120 Fernseh-Dokumentationen und gut 50 Büchern entwickelt er eine unterhaltsame und einfache Sprache, um Fakten klar zu vermitteln. Und er nutzt seine Popularität nachhaltig: Seine 1973 gegründete Cousteau-Gesellschaft zur Erforschung und zum Schutz der Meere hat heute mehr als 300.000 Mitglieder.

Immer wieder ist Cousteau in den Schlagzeilen. 1960 bringt er die Franzosen gegen die Pläne der Atomenergie-Behörde CEA auf, die radioaktiven Abfall zwischen Nizza und Korsika versenken will; sie bläst das Vorhaben ab, als Demonstranten sich auf die Schienen des Atommüll-Zuges setzen.

Cousteau wird Direktor des Ozeanographischen Museums in Monaco , baut Unterwasserhäuser und eine "tauchende Untertasse", das Zwei-Personen-Klein-U-Boot SP-350 Denise . 1976 entdeckt er das Wrack der HMHS Britannic , ein Schwesterschiff der Titanic .

Nach dem Krebstod seiner Frau Simone heiratet Cousteau seine Geliebte Francine, mit der er bereits zwei Kinder hat, Diane und Pierre-Yves. Seinen Sohn Jean-Michel verklagt er, weil der den Namen "Cousteau" für einen Ferienclub auf Fidschi nutzt. Jean-Michels Bruder Philippe ist schon zuvor bei einem Flugzeugunglück gestorben.

Nach dem Tod des Patriarchen am 25. Juni 1997 in Paris führen sämtliche Cousteaus allen Streitigkeiten zum Trotz das Erbe weiter: Francine als Chefin der Cousteau-Gesellschaft , für die auch Diane und Pierre-Yves sich einsetzen, Jean-Michel als Taucher, Filmer und Umweltschützer, ebenso seine Kinder Fabien und Céline sowie die Kinder Philippes, Alexandra und Philippe Jr. Wären da nicht Katastrophen wie die Ölpest im Golf von Mexiko, Commandant Jacques-Yves Cousteau könnte in Frieden ruhen.

 
Leser-Kommentare
  1. hat uns Cousteau beschert, er ist bezüglich der Wichtigkeit des Meeres für die menschliche Entwicklung und Artenvielofalt der Erde genauso wichtig wie der Berliner Wissenschaftler Dr. Kahn in den 20er-Jahren, der nachweisen konnte, wie wir uns aus Meerestieren entwickelten. Und was passiert mit dem Meer,: Es wird missachtet, überfischt, verschmutzt, man denke nur an das Deepwater Unglück.

  2. Danke schoen fuer diesen Artikel und den Nachruf auf den wichtigsten Meeresforscher aller Zeiten.
    In der Tat sind die Meere nicht nur Verkehrsweg und Nahrungsquelle - sie sind leider auch eine Muellkippe der Menschheit, und damit Spiegelbild des menschlichen Makels.
    Die BP-Katastrophe wird uns noch laenger begleiten als uns lieb sein kann...

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