Wilder Westen Späte Gnade für Billy the Kid?

William H. Bonney alias Billy the Kid gilt als Inbegriff des gesetzlosen Revolverhelden. 129 Jahre nach seinem Tod könnte er nun rehabilitiert werden.

Held für viele Western-Fans: Billy the Kid als Mosaik in Ruidoso Downs, New Mexico

Held für viele Western-Fans: Billy the Kid als Mosaik in Ruidoso Downs, New Mexico

1881, in einer staubigen dunklen Hütte in Fort Sumner, US-Bundesstaat New Mexico. Es ist kurz vor Mitternacht, als William H. Bonney mit einem Messer in der Hand in Richtung Küche schleicht. "Wer ist da?", fragt er auf Spanisch. Die Antwort wird er nicht mehr hören, nur den Schuss. Ein Stück Blei bohrt sich in Bonneys Herz und löscht sein Leben aus.

So beschreibt die Legende den Tod des Mannes, der als Westernheld Billy the Kid in die Geschichte einging. Er galt als Gesetzloser, Revolverheld und Mörder. Jetzt könnte er begnadigt werden – 129 Jahre nach seinem Tod.

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Viele Mythen ranken sich um den Mann, der 1859 in New York auf die Welt gekommen sein soll. Selbst sein richtiger Name ist nicht eindeutig überliefert. 21 Morde soll er begangen haben, geschichtlich nachzuvollziehen sind vier. Mehr als ein Dutzend Kinofilme und unzählige Legenden haben The Kid für Western-Fans dennoch zum Helden gemacht. Sein Leben war aufregend und gilt als Sinnbild für den Wilden Westen. Doch es endete schon mit 21 Jahren.

In der Nacht zum 15. Juli 1881 soll Billy gestorben sein, erschossen von Sheriff Pat Garrett . Der Gesetzeshüter hatte ihn gejagt, nachdem Billy aus dem Gefängnis ausgebrochen war, wo er auf seine Hinrichtung gewartet hatte. Doch wie fast alles rund um The Kid bleibt auch das nur eine von vielen vagen Überlieferungen. Ein hartnäckiges Gerücht sagt, Garrett habe den Falschen erschossen und Billy starb erst als 91-Jähriger, also 1950, in Texas.

2003 wollte der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, endlich Licht ins Dunkel bringen. Vor allem der Tod der Legende sollte kriminalistisch erforscht werden; auch, ob die gegen ihn verhängte Todesstrafe rechtens war. Denn der Gouverneur von New Mexico, Lew Wallace, soll Billy the Kid 1881 versprochen haben, ihn zu begnadigen, wenn er in einem anderen Mordfall als Kronzeuge fungiert. Billy tat dies, doch Wallace hielt sich nicht an die Abmachung.

Nach 27 Tagen Haft gelang dem nun verurteilten Mörder die Flucht. Sie endete wenige Wochen später jäh in Fort Sumner, wo die Westernlegende auch begraben sein soll. Viele Touristen wandeln hier auf seinen Spuren – ein einträgliches Geschäft für die Region.

Jetzt rumort es in den US-Medien wieder. Steht die Rehabilitation des Westernhelden bevor? "Wenn es Beweise gibt, werde ich die Begnadigung von Billy the Kid prüfen", sagte Gouverneur Richardson dem Fernsehsender ABC. Er wolle auch das gebrochene Versprechen von Wallace wiedergutmachen, ergänzte seine Sprecherin Alarie Ray-Garcia.

Historiker Drew Gomber sieht dahinter einen Reklame-Stunt, um Touristen anzulocken. "Es macht keinen Sinn, die Zivilrechte eines Toten wiederherzustellen", sagte er der Zeitung El Paso Times .

Leser-Kommentare
  1. Wohl letzteres, um das touristische Süppchen am Kochen zu halten, zumal 2011 160 Jahre Beginn des us-mex. Krieges anstehen (und damit die Eroberung dieses Territoriums für die Union). Ach, und da Lew Wallace auch noch der Autor von "Ben Hur" sowie Ex-General der Nordstaaten ist bzw. war (und da ist 2011 150 Jahre Beginn des am. Bürgerkriegs), kommt noch ein interessanter gesichtspunkt dazu.
    Der Wüsten-Wind weht wohl aus dieser Richtung. War auch nicht Hernan de Soto 1661 dort (dann wäre es noch ein Jubiläum!)?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte Bill Richardson | Texas | New York
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